Mittwoch, 29. Februar 2012

Alles wird perfekt!

Morgen Abend ist es so weit. Nachdem ich keine Karten mehr für die Tournee letztes Jahr bekommen konnte, geht's morgen mit den besten Leuten auf's Casper-Konzert! Raus aus dem nervigen Schul-Alltag zum Konzert von meinem persönlichen Musiker des letzten Jahres. Und das Beste dabei - Cro hat als Voract abgesagt. Mag sein, dass diese Aussage dem einen oder anderen widerstrebt. Aber ich kann den Typen einfach nicht hören, bis auf "Easy" spricht mich überhaupt kein einziger Song an. Aber mit meinem Gehate wäre ich morgen wohl ziemlich einsam gewesen. Deswegen umso besser.

Und jetzt heißt es erstmal Texte lernen.


Casper - Der Druck steigt/Blut sehen von FourMusic

Montag, 27. Februar 2012

Luxusprobleme

Das Leben ist schon hart. Da weiß ich schon seit Monaten, dass ich morgen 6 Stunden lang Englisch schreibe und erst gestern fällt mir auf, dass ich die ganzen Kurzgeschichten, die wir dafür auf dem Kasten haben müssen, gar nicht mehr habe. Tatsächlich musste ich dafür dann auch noch heute eine ganze Pause opfern, um alles zu kopieren. Und jetzt muss ich all das auch noch lesen! Den ganzen Abend lang!

Ich hab schon so meine Probleme. Andere machen sich schon seit Wochen Stress und ich fange heute an zu lernen und fühle mich jetzt schon ausgelaugt und völlig am Ende. Es ist so lächerlich, doch ich kann nichts dran ändern. So ist es nunmal. Ich versteh es nicht. Egal ist mir die Schule sicherlich nicht - aber warum habe ich dann nicht mal ein bisschen Motivation? Und anstelle, dass ich mir Gedanken darüber mache, wie ich mich am besten auf morgen vorbereite, beschäftigt mich vielmehr die Frage, wann ich trainieren gehe. Denn morgen geht ja nicht, nach der Klausur muss ich mich noch an ein Plakat setzen.

Ich bin schon arm dran.

Schlaflos.

Und wieder einmal lieg ich stundenlang wach in meinem Bett. Ich weiß nicht woran es liegt. Wahrscheinlich haushalte ich meinen Schlaf manchmal einfach schlecht. Jedenfalls bin ich wieder einmal kein Stück müde.

Und was bleibt einem so übrig, wenn man sich alle 2 Minuten anders hinlegt, nur um dann wieder die Augen aufzuschlagen, weil sie einfach nicht zu bleiben wollen? Richtig - man denkt nach. Über alles mögliche natürlich. Und nie kommt man zu einem Schluss. "Gedanken verpackt in Endlosschleifen". Auch wenn einem manchmal nach Stunden des Kopfzerbrechens irgendwann ein Licht aufgeht - im Bett passiert das ganz sicher nicht. Da halten einen die Gedanken nur davon ab, dass man den Schlaf bekommt, den man dann am nächsten Morgen so dringend braucht.

Aber warum gehe ich im Moment dieselben Dinge immer und immer wieder durch, nur um am Ende immer und immer wieder zum selben Schluss zu kommen? Ich wünschte, ich könnte manchmal einfach meinen Kopf ausschalten. Aber immer dann, wenn ich es am wenigsten gebrauchen kann, läuft er zur Höchsform auf.

Hoffentlich gönnt er mir jetzt wenigstens diese letzten 4 Stunden, die mir noch bleiben. Der Klausur morgen würde es sicherlich nicht schaden...

Samstag, 25. Februar 2012

Der Klügere gibt nach. Oder der, der sich daneben benommen hat.

Und auf einmal schrieb sie mir etwas, was mir schon viel früher hätte klar werden sollen. Ich habe mich verändert. In ein egoistisches Arschloch. In jemanden, der die Fehler immer bei den Anderen sucht, der aus jeder Mücke einen Elefanten macht. Der sich selber nicht eingestehen kann, dass er es war, der Fehler gemacht hat.

Es ist zwar gut, dass ich gelernt habe, Dinge anzusprechen, die mich stören, aber ich habe übertrieben. Es ging immer nur um meine Version der Geschehnisse. Im Nachhinein weiß ich gar nicht mehr, was ich damit überhaupt erreichen wollte. War ich wirklich so scharf auf Bestätigung? Wollte ich wirklich für jeden Mist eine Entschuldigung? War es das, was ich wollte - dass sie sich Dinge eingesteht, die im Endeffekt in diesem Ausmaß gar nicht zutreffen? Vor wenigen Monaten habe ich noch gesagt, dass jeder Mensch immer Gründe für sein Handeln hat und dass jede Tat irgendwo begründbar ist. Im letzten Monat habe ich aufgehört, nach Gründen zu suchen.

Selbstreflexion ist schwierig. Besonders, wenn man zu befürchten hat, dass am Ende rauskommen könnte, dass man im Unrecht liegt.

Freitag, 24. Februar 2012

Klausurenphase die zweite.

Die Schule hat mal wieder an die Tür geklopft. Hach, wie habe ich den Klausurstress doch vermisst! Fast eine Woche lang nichts geschrieben, da vergisst man doch glatt, wie einem das die Nachmittage versauen kann. Mein Programm bis Dienstag: für Englisch-Leistungskurs lernen, Seminarfach-Plakat, Mathe-Referat, Geschichte und Musik lernen, in Latein für eine Sallust-Textsammlung ein Deckblatt entwerfen und natürlich noch ein paar Hausaufgaben. Hab ja auch sonst nichts Besseres zu tun.

Was mich aber am meisten an der Sache nervt ist, dass ich langsam das Gefühl habe, in der Schule nichts mehr vermittelt zu bekommen. Zumindest nichts, was wirklich wichtig ist. Oder nichts, was man sich nicht auch zu Hause in der Hälfte der Zeit aneignen könnte. Es ist keinesfalls so, dass ich im Unterricht alles verstehe. Wenn ich da immer so auf diesen unglaublich bequemen Stühlen sitze, sinkt meine Motivation bei den meisten Lehrern so tief, dass ich fast gar nichts mehr mitbekomme. Ich höre zu, weiß aber nach 2 Sekunden nicht mehr, was eigentlich die Frage war. Aber wie schaffen es auch manche Lehrer nur, so langweilig zu sein? 

Also sitze ich jeden Vormittag in der Schule, lebe von Pause zu Pause und zu Hause kann ich mich dann ausnahmsweise mal der Schule widmen. Nochmal angucken, was man heute so gemacht hat, was das überhaupt bedeutet, was man da so letzte Physik-Stunde mitgeschrieben hat. Und dann geht es weiter ins Wohnzimmer zum lernen. Warum im Wohnzimmer? Weil da kein PC steht, der mich ablenken könnte. Irgendwie kein gutes Zeichen, dass das, mit dem man sich da so beschäftigt so uninteressant ist, dass auf einmal sogar sinnloses Durchklicken auf Facebook unterhaltsamer ist, oder?

Ich kann mich mit verschiedenen Dingen wirklich intensiv beschäftigen, wenn sie mich interessieren. Aber wenn nicht, ist das die reinste Qual. Dann putze ich wieder die ganze Küche, nur um mich noch einen Moment davor zu drücken, mich wieder ranzusetzen. Wenn sich das wenigstens auf einige wenige Stunden beschränken würde und man zu Hause mal etwas Freizeit hätte... Aber was ich im Moment alles zu tun habe, reicht locker, um mich bis nächsten Dienstag an den Schreibtisch zu fesseln. Und zwar ohne eine einzige freie Minute. Motivation geht exponentiell gegen null.

Und ich sehe es jetzt schon wieder - ich werde das meiste nur halbherzig erledigen, zu wenig lernen, obwohl noch Luft für viel mehr war. Aber es tut mir Leid, die Art, wie uns Wissen vermittelt werden soll, spricht mich einfach mal so gar nicht an. Sie schreckt sogar eher ab. Würde ich eine gute Dokumentation über manche Dinge sehen, würde ich ganz sicher nicht vor Ende abschalten, aber wenn mir dann wieder irgendein Lehrer (nicht alle Lehrer sind schlecht, wohlgemerkt) etwas über dasselbe Thema dermaßen eintönig und einfallslos ins Ohr säuselt, dann verliere ich einfach jegliche Lust, mich damit noch weiter zu beschäftigen.

Ein gutes Beispiel dafür ist unser Werte und Normen-Unterricht. Eigentlich ein Fach, das ich lieben müsste, da die Themen einfach perfekt sind zum diskutieren. Aber was macht unsere Lehrerin draus? Wir bekommen einen Text, lesen ihn - mal leise, mal liest einer vor, dann fassen wir zusammen. Dann gibt es den nächsten Text. Und dann den nächsten. Als Highlight darf man diese dann vielleicht mal vergleichen. Stellungnahmen sind dann zwar manchmal auch gefragt, aber unserem Kurs ist jeglicher Drang danach, sich auszutauschen von dieser Frau genommen worden. Jeder sagt einmal seine Meinung, keiner nimmt Bezug auf den anderen, fertig. Weiter im Text.

Aber eigentlich sollte ich jetzt mal weg vom PC, hab ja auch gar keine Zeit dafür, so einen Post zu verfassen, viel zu viel zu arbeiten. Aber mal gucken, vielleicht finde ich am Wochenende ja doch noch eine Stunde, in der ich mal entspannen kann...

Sonntag, 19. Februar 2012

Sorry.

Ich habe gerade einen Song gefunden, der meinen Post von gestern noch einmal wunderbar unterstreicht. Genetikk sind übrigens zwei Rapper aus dem Saarland. Man weiß kaum etwas über sie, außer, dass sie zusammen auf einer deutsch-französischen Schule waren und ihre Jugend zum Teil in den Vororten von Paris verbracht haben. Der Rapper - Karuzo - ist zur Hälfte Sizilianer und studiert im Moment nach eigener Aussage nebenbei Jura. Das zweite Mitglied - Sikk - ist für die Beats zuständig. Über ihn ist noch weniger bekannt, er ist der Mann mit der Affenmaske (zu sehen bei 0:57).

"Sorry" spricht genau das an, was ich auch gestern zum Ausdruck bringen wollte - man ist niemandem etwas schuldig. Musiker geben normalerweise ihr ganzes Privatleben? Na und - Genetikk halt nicht. Auch die Frage, warum das überhaupt so interessant ist, alles über Andere zu erfahren, finde ich sehr passend beantwortet - eigentlich will man nur von sich selber ablenken. Es ist nahezu unmöglich, sich einem Menschen komplett zu öffnen. Von Anderen erwartet man das aber nur allzu häufig, Gedankenlesen als ewiger Traum.

Aber genug geredet, hört euch das Ding einfach mal an. Ich kann nicht versprechen, dass es euch gefällt. Gerade soundtechnisch sind die Jungs nicht unbedingt massentauglich. Vielleicht findet ihr ja aber trotzdem Gefallen daran. Einen Versuch wäre es aber auf jeden Fall wert.


"Was soll das bringen - euch erzählen, was mich nachts beschäftigt?
Damit euer Scheiß-Leben nicht so beschissen klingt, wie's in echt ist?
Damit es perfekt ist und eure Plastik-Welt steril bleibt?
Euer Mitleid will ich noch nicht mal geschenk, nein, ihr tut mir Leid!"

Samstag, 18. Februar 2012

Die Straße ist noch frei - da, neben der Spur

Ich war gestern mal wieder im Kino. "Ziemlich beste Freunde". Und was soll ich sagen - ich wurde schon lange nicht mehr so gut fast zwei Stunden lang unterhalten. Nicht nur, dass ich nicht selten gar nicht mehr aus dem Lachen herausgekommen bin, der Film zeigt auf eine mitreißende Weise, dass der gerade Weg nicht immer das Wahre ist.

"Neben der Spur fährt es sich langsam sogar ein bisschen besser.", sagte mein Oboenlehrer mal im Zusammenhang mit dem Film. Diese Aussage passt zu ihm. Er wird von vielen Seiten belächelt für seine doch sehr eigenen Methoden. Doch kenne ich kaum einen Schüler, der nicht gut mit ihm zurecht kommt. Ich bin der Meinung, dass wenn man etwas wirklich gut macht, auch Leute damit erreichen wird. Ganz egal, wie abschreckend der erste Eindruck ist.

Ich habe gestern nämlich auch ein Referat im Deutschunterricht über Kollegah (deutscher "Gangsta-Rapper", aktuelles Album "Bossaura" auf Platz 5 gechartet) gehalten. Ich will jetzt keine Debatte darüber starten, ob er ein guter Rapper ist, ob seine Texte vertretbar sind, oder dergleichen. Es ging mir in meinem Referat gestern darum, zu zeigen, dass sich selbst hinter solchen Texten, wie Kollegah sie schreibt, die auf den ersten Blick nur plump und machohaft erscheinen, ausgeklügelte Reimpattern und im Endeffekt, wie es mir dann meine Deutschlehrerin zugestanden hat - "Sprachkunst" - steckt.

Und auch hier dasselbe Spiel: Am Anfang haben mich die meisten Schüler ganz schön komisch angeguckt. Der eine Teil fand es witzig, da er Kollegah kannte und nicht glauben konnte, dass ich das ernsthaft durchziehe, der andere Teil war erstmal ein wenig erschüttert über die Zitate, die ich so zum Besten gab. Aber am Ende war das Bild doch recht ausgeglichen. Auch wenn ich keinen neuen Kollegah-Fanclub geschaffen habe, haben doch einige, wie ich denke, ihre Sichtweise ein wenig geöffnet und verstanden, was an so einer Art Musik und solchen Texten interessant ist.

Ich will keineswegs mit meinem Referat angeben. Nur ist das eine Geschichte, die mir selber widerfahren ist und mich wieder einmal in meinem Glauben verstärkt hat, dass nur ein ungerader Weg uns wirklich glücklich machen kann. Warum auch alles nach der Erwartungshaltung Anderer richten? Wir sind niemandem irgendetwas schuldig. Höchstens uns selbst. Und uns selbst sind wir schuldig, dass wir das machen, was wir auch wirklich wollen. Das ist nicht immer einfach. Sich gegen die Norm zu stellen, nur weil man sie nicht vertreten kann. Aber man wird sich schon Gehör verschaffen, wenn man seine Sache gut macht. Und auch wenn man sich dadurch eventuell mal Feinde macht - sind das wirklich Leute, mit denen man etwas zu tun haben wollte? Leute, die einfach nur nach dem System leben?

Ich sage nicht, dass unser System, wie es gerade ist, völlig daneben ist. Aber ich sage, dass es die Wertvorstellungen von manchen Menschen sind. Ein Haus und eine Familie mit einem sicheren Job alleine machen nicht glücklich. Warum machen wir alles immer davon abhängig, wie viel wir am Ende mit einem Berufsweg verdienen können und wie sicher dieser ist? Wenn man nicht den Mut hat, etwas zu riskieren, kann man gar nicht wirklich glücklich werden. Denn egal, wie etwas ausgeht, wenn man sich dazu durchringt, etwas zu riskieren - am Ende ist man doch froh, dass man es getan hat. Einfach mal mit der Wahrheit rauszurücken, auch wenn man zunächst nur auf Missgunst stößt.

Sich einmal nicht darum scheren, was die Anderen denken, sondern einfach mal durchziehen. Wenn das jetzt noch immer so einfach wäre, wie es zu sagen, wäre doch alles perfekt. Aber ich arbeite auch schon daran.

Samstag, 11. Februar 2012

Vorbilder

Jeder hat irgendein Vorbild. Im Kindesalter sind es Schauspieler, Musiker oder sonst irgendwelche coolen Menschen aus den Medien. Später hat man dann Leute wie Nelson Mandela, den Dalai Lama oder Barack Obama vor Augen. Doch die meisten unserer Vorbilder sind gar nicht mal so weit von uns entfernt, wie wir das manchmal denken. Meines wohnt zwei Zimmer weiter von mir. 10 Meter Luftlinie. 

Ich rede natürlich von meinem Vater. Viele sagen zwar, dass ihre Eltern für sie Vorbilder sind, doch ist mir in den letzten Tagen klargeworden, wie sehr ich mich - auch wenn ich es in der Öffentlichkeit und vor ihm nie zugeben würde - immer darüber freue, wenn ich wieder mal bemerke, dass ich ihm noch ähnlicher geworden bin.

Wir haben hier zu Hause kein klassisches Vater-Sohn-Verhältnis. Und ohne Frage war der Tod meiner Mutter dafür auch ausschlaggebend. Denn heute kann ich meinem Vater absolut alles erzählen. Und das mache ich auch. Manchmal habe ich das Gefühl, er weiß besser über mich Bescheid, als ich selbst. Und umgekehrt. Ich weiß auch alles über ihn. Wir vertrauen uns gegenseitig, arbeiten immer zusammen. Er muss mir nichts mehr verbieten, aus der Phase sind wir mittlerweile raus. Durch meine Erziehung habe ich schon ziemlich genau gelernt, was gut für mich ist und wovon ich besser mal die Finger lassen sollte. Auch wenn es hier und da immer mal wieder einen Disput gab, hatten die zwei doch immer Recht. Heute vertraut er mir und ich mache keine Dummheiten. Ganz einfach. Wir haben ein sehr offenes Verhältnis und keiner verstellt sich irgendwie. Wenn ich von Freunden höre, dass sie sich vor ihren Eltern anders verhalten oder gewisse Dinge nicht ansprechen würden kann ich mein Unverständnis im Normalfall nicht verbergen. Wenn ich hier zu Hause nicht sein kann, wie ich wirklich bin - wo denn dann? 

Ich danke meinem Vater jeden Tag dafür, dass er mich so nimmt, wie ich bin und mir immer wieder zeigt, dass er stolz auf mich ist, solange ich glücklich bin. Auch wenn er meine Rap-Songs nicht mag, interessiert er sich dafür und freut sich, wenn ich nach einem Auftritt mit strahlendem Lächeln nach Hause komme. Und auf derselben Seite ist wir wie gute Freunde. Wir erzählen uns lustige Geschichten vom letzten Abend, blödeln rum und tratschen. Trotzdem habe ich immer noch größten Respekt vor ihm. Ich würde seine Autorität niemals in Frage stellen, würde ihm doch einmal etwas nicht passen.

Ich hoffe, ich schaffe das bei meinen Kindern später auch einmal so wie er.

Mittwoch, 8. Februar 2012

Tua.

Um mich herum sind gerade alle am Lernen. Morgen steht die erste 6-stündige Vorabi-Klausur an und ich schreibe als einziger in meinem schulischen Freundeskreis nichts. Deswegen habe ich irgendwie gerade viel zu viel Zeit. Und morgen auch noch schulfrei, da ich ja nicht mitschreibe. Ist natürlich super entspannt und ich kann so ziemlich stressfrei lernen. Aber stell mir mal bitte den vor, der 10 Stunden am Tag lernen kann, ich will ihn kennenlernen!

Wie dem auch sei. Von persönlicher Seite gibt es von mir nicht viel zu berichten, weswegen ich mal die Gelegenheit (und Zeit) nutze, um euch einen Musiker vorzustellen, der mich besonders in den letzten Wochen dauernd begleitet hat.

Sein Name ist Tua. Tua ist Rapper. Die meisten kennen ihn wohl durch die "Orsons" - eine Formation bestehend aus Kaas, Maeckes, Plan B und eben ihm. Ich selber habe die Jungs sogar schon einmal auf einem Hip-Hop-Festival sehen können. Live haben sie mich auf jeden Fall überzeugt. Als ich mir dann zu Hause die Studioaufnahmen angehört habe, war ich dann doch nicht mehr so begeistert. Ein bisschen zu aufgedreht, ein bisschen zu fröhlich. Live kann das ja durchaus Spaß machen, aber wenn ich privat Musik höre, fesseln mich besonders melancholische, ruhige Songs.

Sind also schnell in Vergessenheit geraten, die Herren. Bis ich dann irgendwann auf diesen Song gestoßen bin:


Hier hat sich dann gezeigt, dass Tua solo deutlich anders einzuordnen ist, als seine Kollegen von den Orsons. Und eigentlich auch anders als alle anderen aus der deutschen Rap-Szene. Denn er ist in erster Linie Produzent. Nicht Rapper. Auf seiner neusten EP "Raus" wird auf keinem der 9 Songs gerappt. Es sind sogar 4 Songs ohne wirklichen Text dabei. In "Nur du zählst" werden beispielsweise immer wieder diese drei Worte eingestreut, elektronisch verzehrt, bearbeitet und fügen sich immer anders in das Klangbild ein. Tua schafft es so auf seine ganz eigene Art und Weise, Atmosphäre zu erzeugen und zu entwickeln.

Auch bei "Moment" ist das eindrucksvoll zu sehen. Gerade mal 8 Zeilen liegen diesem Song zu Grunde. Ich finde schon die Idee sehr interessant, die üblichen 16-taktigen Strophen und Refrain auf so wenig zu reduzieren. Die Umsetzung kann sich zudem absolut sehen lassen, wie ich finde. Es ist schwer zu beschreiben, doch dieser Song löst (besonders nach mehrmaligem Hören) ein ganz spezielles Gefühl bei mir aus. Melancholie, doch keine Trauer.

Ich hoffe, auch ihr könnt etwas damit anfangen. Es ist vielleicht nicht das Zugänglichste auf dem Musik-Markt, entfaltet aber nach ein paar Durchläufen eine ganz eigene Wirkung. Viel andere, die Tua kennen, empfinden das übrigens genauso. Leider sind das viel zu wenige. Also mach ich hier einfach mal ein bisschen Werbung und empfehle euch gleich noch ein paar andere sehr gelungene Lieder von ihm.

Aus seiner EP "Evigila" mit Vasee: "Roter Luftballon", "Aufgeben", "Der Passant". Für die Dubstep-Fans unter euch aus der EP "Raus": "Raus", "MP3 Player". Und für die Leute, die ihn mal richtig rappen hören wollen (was er übrigens wahnsinnig gut kann): "Wenn man zur Sonne geht".

Ich hab mir jedenfalls neben "Raus" auch "Evigila" zugelegt, und kann mich im Moment nicht entscheiden, ob mein nächstes Tua-Release "Stille" oder "Grau" wird. Das andere wird dann aber eh noch hinterher gekauft.

Und ich freu mich schon auf euer Feedback. Wie gefällt euch der Song? Und soll ich in Zukunft öfters mal etwas zu bestimmten Musikern wie Tua posten? Die persönlichen Beiträge werdet ihr eh nicht los. Aber was sowas angeht, habt ihr dann doch noch Mitspracherecht ;)

Dienstag, 7. Februar 2012

Something goes right

Schon lange nicht mehr so gute Laune gehabt. Mit dem Auftritt im Rücken hatte ich ein super Wochenende und einen ziemlich entspannten Start in die Woche. Der Tag, an dem die Problemchen, über die man sich so lange Zeit den Kopf zerbrochen, einfach verschwunden sind. Da ist er also. Hat ein bisschen auf sich warten lassen, aber im Moment ist das einzige, was mir irgendwie nicht ganz passt, die Schule. Es ist noch eine Menge zu lernen. 

Aber mit der Schule kann man eh nie total zufrieden sein. Also was soll's. Dann lerne ich halt heute noch ein bisschen. Denn das Schönste an der ganzen Geschichte ist doch, dass ich einfach mal nach der zweiten Stunde wieder nach Hause durfte, da die Heizung ausgefallen ist.

Herrlich. Ich werde dann wohl mal den Tag bei einer schönen Tasse Tee und viel Guter-Laune-Musik genießen. Ich hoffe, bei euch ist es gerade ähnlich entspannt.



Samstag, 4. Februar 2012

The stage is your's!

Es ist schon ein geniales Gefühl, wenn man einen Auftritt ohne grobe Fehler absolviert. Noch besser, wenn wirklich alles glatt läuft. Nicht den kleinsten Texthänger hatten wir gestern. Nicht einen Einsatz zu spät bekommen, musikalisch nahezu perfekt.

Und dann war da das Publikum. Genau so hatten wir es uns im besten Fall vorgestellt. Ein Haufen Leute, von denen wir die meisten kennen und die uns sowieso feiern. Aber auch viele, die noch nie etwas von uns gehört haben und sichtlich beeindruckt waren. Eine Freundin sagte mir im Nachhinein, dass sie uns total unterschätzt habe.

Und wie gut es sich wieder angefühlt hat, auf der Bühne zu stehen. Und dieses Mal sogar fehlerfrei. Wir sind gesprungen, haben getanzt, geschrien, gesungen und natürlich gerappt als hätten wir nie etwas Anderes getan. Es war alles dabei. Der persönliche Song über Ziele im eigenen Leben und Enttäuschungen vom Elternhaus, die Ausrast-Hymne inklusive Club-Einreißen, die Ode an diese im Rap sehr weit verbreitete Substanz zur Beruhigung und der Song, zu dem man einfach tanzen muss.

Wie überheblich ich gerade klinge. Furchtbar. Aber ich hätte es mir gestern nicht besser vorstellen können. Wir haben viele Leute von uns und unserer Musik überzeugt und ich war stundenlang bis zum Bersten mit Endorphinen und Adrenalin vollgepumpt. Und jetzt blicke ich zurück und denke mir - was für ein Abend!

"Ich werd' high von den Beats, high von der Atmosphäre. Fliege mit den Flows - so high, durchbrech' die Stratosphäre!" (eigenes Zitat)

Donnerstag, 2. Februar 2012

Lampenfieber

Morgen geht es wieder los. Zum zweiten Mal steige ich mit meinem Kollegen auf die Bühne, um unsere neuesten Songs zu performen. Verglichen mit letztem Jahr hat sich einiges verändert. Unsere Texte sind besser geworden, unsere Reime, die Flows. Und irgendwie sind auch die Beats dieses Mal cooler. Aber das wichtigste - alles ist viel besser durchgeplant. Wir haben einen Soundcheck-Termin, wissen genau, was wir anziehen, die Texte sitzen schon seit ein paar Tagen perfekt, wir sind uns darüber einig, was wir zwischen den Songs reden und geprobt haben wir auch ziemlich oft.

Dieses Mal kommen auch deutlich mehr Leute, die wir kennen. Die Promo lief viel besser als noch vor einem Jahr. Und so langsam geht es los. Ich habe eben gerade noch versucht, ein bisschen Mathe zu lernen - zwecklos. So langsam werde auch ich nervös. Es ist weiß Gott nicht das erste Mal, dass ich auf einer Bühne stehe. Und auch lange nicht das erste Mal, dass ich vor vielen Leute meine Stimme erhebe. Aber erst das zweite Mal, dass ich da oben stehe, das Publikum richtig anfeuere, meine eigenen Texte rappe und eine komplett selbst ausgedachte Performance zum Besten gebe.

Auftritte mit einem Orchester oder allgemein Vorspiele mit der Oboe sind da doch viel angenehmer. Man kann sich immer irgendwie hinter dem Instrument verstecken und wenn etwas nicht so lief, war man ja sowieso nicht selbst daran schuld. Das geht bei so einem Auftritt aber nicht. Klappt etwas nicht, hat man einfach versagt. Alles ist auf den eigenen Mist gewachsen. Wenn es klappt, wird man mit dem wohl besten Gefühl belohnt, dass man sich vorstellen kann. Wenn nicht, kann das äußerst blamabel enden.

Ich glaube zwar nicht daran, dass wir es total verhauen. Es wird gut. Wenn nicht sogar sehr gut. Und den Leuten, die wir eingeladen haben, wird es sowieso gefallen. Aber ich kann mich noch genau an den Moment erinnern, als ich letztes Jahr hinter derselben Bühne, auf der wir auch morgen Abend spielen werden, saß und dachte, dass ich mich jeden Moment ins Mikrophon übergebe. Meine eigene Version von 8 Mile quasi. Nur, dass wir morgen die schlechten Auftritte einfach überspringen werden und direkt eine Finalshow abliefern, die sich gewaschen hat.

Hoffe ich zumindest.