Und auf einmal schrieb sie mir etwas, was mir schon viel früher hätte klar werden sollen. Ich habe mich verändert. In ein egoistisches Arschloch. In jemanden, der die Fehler immer bei den Anderen sucht, der aus jeder Mücke einen Elefanten macht. Der sich selber nicht eingestehen kann, dass er es war, der Fehler gemacht hat.
Es ist zwar gut, dass ich gelernt habe, Dinge anzusprechen, die mich stören, aber ich habe übertrieben. Es ging immer nur um meine Version der Geschehnisse. Im Nachhinein weiß ich gar nicht mehr, was ich damit überhaupt erreichen wollte. War ich wirklich so scharf auf Bestätigung? Wollte ich wirklich für jeden Mist eine Entschuldigung? War es das, was ich wollte - dass sie sich Dinge eingesteht, die im Endeffekt in diesem Ausmaß gar nicht zutreffen? Vor wenigen Monaten habe ich noch gesagt, dass jeder Mensch immer Gründe für sein Handeln hat und dass jede Tat irgendwo begründbar ist. Im letzten Monat habe ich aufgehört, nach Gründen zu suchen.
Selbstreflexion ist schwierig. Besonders, wenn man zu befürchten hat, dass am Ende rauskommen könnte, dass man im Unrecht liegt.
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