Sonntag, 6. Mai 2012

Oder halt doch nicht.

Ich bin in letzter Zeit hin- und hergerissen. In so ziemlich allem, was ich tue. Ich weiß nicht, woher diese Motivation Mitte April herkam, wieder mit dem Bloggen anzufangen. Beziehungsweise - eigentlich weiß ich es schon - nämlich nicht von mir.

Jetzt ist sie jedenfalls wieder weg. Und ich habe nicht das Gefühl, dass sie noch einmal wiederkommen wird. Wirklich verfassen wollte ich nur den Kony-Post. Das über Träume stand halt gerade im Raum und um mich weiter vorm Lernen zu drücken, habe ich es halt in den Blog geschrieben - war ja immerhin schon recht lange her, dass ich das letzte Mal etwas gepostet habe. Und sieh an - gerade der Post über Kony findet kaum Anklang. Ich fürchte, dass ein Blog wirklich nicht das richtige Medium für mich ist. Klar, der Blog sollte in erster Linie für den Blogger selbst sein, egal, was die Leser so denken. Aber warum postet man, wenn man kein Feedback will? 

Das ist nicht als Vorwurf zu verstehen, dass ihr Leser zu wenig kommentiert und auf die Reaktionsbuttons gedrückt habt. Das habt ihr nämlich sehr wohl - nur halt gerade nicht bei den Posts, bei denen ich es mir besonders gewünscht hätte. Der Blog konnte meine Erwartungen im Endeffekt nicht erfüllen. Er war in der Anfangsphase sehr wichtig, um meine Gedanken irgendwie zu kanalisieren. Die Zeit ist aber vorbei. Was jetzt bleibt, sind irgendwelche gezwungenen Posts, die man sich auch locker hätte sparen können. Dafür will ich das alles hier definitiv nicht länger aufrecht erhalten.
 
Das war es jetzt wirklich. Keine Posts mehr. Verabschiedet habe ich mich ja schon, das wiederhole ich an der Stelle nicht noch einmal.

Macht's gut,

Redhead.


... den Blog an sich werde ich aber nicht löschen. Die Texte, die ich hier so geschrieben habe, möchte ich noch behalten und ich denke, dass sie hier einen ganz guten Platz gefunden haben. Auch, wenn die Sammlung nicht noch weiter ergänzt werden wird.

Dienstag, 1. Mai 2012

Träume.

Was sind Träume? Wo liegen unsere tiefsten Wünsche? Werden sich unsere Träume jemals erfüllen?

Ich glaube, der Mensch ist von Natur aus ein träumerisches Wesen. Da kann man sich noch so realistisch-pessimistisch stellen. Am Ende gibt es doch immer etwas, das uns die Nächte versüßt. Dieser eine Ort, an dem wir unbedingt mal sein wollen, die Häuser, die wir uns von dem Geld kaufen, das wir in unserem Top-Job mal verdienen.

Längst nicht jeder Traum geht in Erfüllung. Wäre das der Fall, wäre ich jetzt der deutsche 2Pac und hätte schon einen Studienplatz in Paris reserviert, denn Französisch könnte ich dann ja auch fließend und nicht nur "Der Junge/Mann läuft/isst/schwimmt." Nicht sonderlich schwer wäre es, die Gründe dafür zu finden, warum all dies nicht geklappt hat. Manche unserer Wünsche müssen wir eben aufgeben. Meistens weil sie völlig unrealistisch sind und wir entdecken, dass viel zu viel Arbeit dahinter steckt, all das zu verwirklichen. 

Doch manche Träume lassen einen nicht los. So sehr man sich auch einredet, dass das alles eine dumme Idee wäre - man bleibt immer wieder bei denselben Gedanken, bei denselben Bildern hängen. Und ist es dann nicht die Frage wert, ob man es nicht doch versuchen sollte? Einfach mal alle Sicherheiten vergessen und seine Träume jagen, bis sie sich erfüllen? 

Wer weiß - vielleicht klappt es nicht. Vielleicht ende ich an einem Ort, an dem ich keinen Moment länger bleiben will, doch muss, weil ich mir alle Alternativen verbaut habe. Vielleicht löst sich mein Traum in Luft auf. Vielleicht finde ich aber auf dem Weg etwas Neues, das mir am Herzen liegt und nachdem es sich zu streben lohnt. Und vielleicht - ja, vielleicht, erfüllt sich der Traum sogar.

Viele Menschen nehmen ihre Träume nicht wahr. Sie haben Angst, zu scheitern. Oder noch schlimmer - ihre Träume erfüllen sich und danach bleibt nichts mehr, wonach sie streben könnten. Zu vielen ist es das Risiko nicht wert, zu versuchen, etwas aus ihrem Leben zu machen. Dort raus zu gehen und eine Route einzuschlagen, die sie entweder ins Paradies oder zu völliger Enttäuschung führen wird.

Doch warum? Sind wir wirklich dafür geboren, bis ans Lebensende einfach nur ein weiteres Rad im Getriebe zu sein? Sicherlich scheint es auf den ersten Blick verlockend, mitzuspielen. Seinen Teil dessen abzuleisten, was wir heute als Gesellschaft bezeichnen. Nur was wären wir ohne Träume? Was wäre, wenn wir jeden Tag einschlafen würden mit der Gewissheit, dass morgen und den Tag danach und den danach alles genau so bleiben wird, wie es jetzt ist. Solange wir nicht träumen, solange wir nicht versuchen, einen Teil dessen, was wir uns ausmalen, zu erfüllen, kann sich unsere Lage nicht verbessern.

Es sind unsere Träume, die unser Leben erst lebenswert machen. Sie sind es, die uns am Leben halten.

Samstag, 21. April 2012

Mission failed.

"Nirgendwo in Afrika fand der Plakat-Aufruf der Invisible Children Niederschlag.", schreibt die Frankfurter Rundschau heute. Schade eigentlich. Denn immerhin haben sich ja nahezu 90 Millionen Menschen auf der ganzen Welt das Video dazu angeguckt. 

Warum hat es aber dann nicht geklappt? Warum ist die Hilfe denn nicht angekommen? 90 Millionen sollten doch etwas erreichen können, oder nicht? Sicherlich, das könnten sie. Aber bislang spricht der die Kampagne "Kony 2012" nicht gerade die Richtigen an. Ein Haufen Internet-Kiddies weiß jetzt alles über Joseph Kony. Alles zusammengefasst in 30 Minuten. Bis auf seine Motive. Aber die spielen ja eh keine Rolle, der Mann ist ein Monster.

Hat überhaupt mal jemand danach gefragt, was die Afrikaner in Uganda und den anderen betroffenen Regionen von der Aktion halten? Nein? Nichts. Für sie ist das nur ein weiterer Versuch von diesen gut situierten, "wohlwollenden" westlichen Menschen, sich in ihre Angelegenheiten einzumischen, und ihnen zu zeigen, wie sie ihre Probleme zu lösen haben. Dass die Amerikaner ihr Land für das absolut Beste halten, was Mutter Erde jemals passieren konnte, ist ja allgemein bekannt. Aber man sollte nie vergessen, dass nicht jeder dieser Meinung ist.

Weswegen kämpft Kony denn überhaupt? Wofür tut er all diese Sachen? Darüber wird im Video kein einziges Wort verloren. Als ob ein Mensch ein Volk 25 Jahre lang einfach aus einer Laune heraus terrorisieren würde... 

Ich weiß nichts Genaues über Konys Beweggründe. Darüber kann man sich hier ja auch kaum informieren. Aber seine Organisation wird nicht umsonst die Bezeichnung Resistance innehaben. Kony ist sicherlich nicht der einzige in diesem Bürgerkrieg, der Gräueltaten verübt. Die Situation erinnert mich persönlich sehr an Sierra Leone, ein Land, das bis 2002 selbst vom Bürgerkrieg zerrüttet war. Auch hier lehnten sich Rebellen gegen die Regierung auf, die korrupten Diamantenhandel mit westlichen Ländern betrieb. Dabei bedienten sich die Rebellen ähnlichen Mitteln wie Kony - Kindersoldaten, Menschen wurden die Hände abgehackt, damit sie nicht mehr wählen konnten. Finanziert wurde der Krieg durch Handel mit eben den Diamanten, die alles ins Rollen brachten. Die Kämpfer der Rebellen waren dabei in erster Linie perspektivlose junge Menschen, die ihrem Hass gegenüber der Regierung nicht anders Luft zu schaffen wussten.

Und jetzt kommt da eine Organisation wie Invisible Children um die Ecke. Mit einem Haufen Westlern - tausende Menschen, die nicht wissen, wie es ist, wenn man jeden Tag um sein Essen kämpfen muss. Die allesamt nur Jacob kennen. Den Mann aus Uganda, der seine Familie durch Kony verloren hat. Nur damit das hier keiner falsch versteht: Ich versuche nicht Joseph Kony in Schutz zu nehmen. Ich versuche auch nichts rechtzufertigen, was er getan hat. Ich versuche nur darauf hinzuweisen, dass es auch eine andere Seite gibt. Eine Seite, von der wir hier in den westlichen Ländern anscheinend keinen Plan haben. Denn ansonsten würden ja alle Menschen aus Uganda auf unserer Seite sein und überall Kony 2012-Plakate aufhängen. 

Und warum tun sie das nicht? Weil wir offensichtlich keinen Schimmer davon haben, wie die Situation wirklich ist. Aber wir nehmen es an. Für uns ist Joseph Kony der Böse, der unbedingt inhaftiert werden muss. Wenn das erledigt ist, wir wieder alles super. Friede, Freude, Eierkuchen. Mit Sicherheit... Auf Kony wird nur der nächste Tyrann folgen, der seine Macht auf dem Weg der Gewalt beansprucht. Es wird ewig weitergehen, bis sich die Situation irgendwann von alleine beruhigt. Dass wir selber in unseren eigenen Staaten ebenfalls blutige Bürgerkriege hatten, wurde scheinbar schon wieder vergessen. Und dass dabei niemand von außen immer wieder mit dem Zeigefinger hoch in der Luft eingegriffen hat, wohl auch. Denn nur so haben sie ja überhaupt erst zu einem Ziel geführt. Immer hat sich das Proletariat gegen die wenigen Reichen erhoben und so Umbrüche erzielt, die unsere heutige Gesellschaft hergestellt haben.

Und nun kommen wir nach Uganda und sagen einem Teil von diesem Proletariat, dass sie genau damit gefälligst aufzuhören haben? Wer sind wir, dass wir behaupten können, zu wissen, wer Recht hat in diesem Bürgerkrieg?

Aber selbst wenn wir das wüssten, dann ist der einzige Weg, das ganze zu stoppen, nach Uganda zu fahren und selbst Hand anzulegen. Es tut mir Leid, das so sagen zu müssen, aber sharen und liken hilft in einem Krieg auch nicht weiter.


... und bei krebskranken Kindern auch nicht....

Donnerstag, 19. April 2012

Ein letztes Mal noch.

12 Jahre lang ging ich jeden Tag zur Schule. Über 1000 Mal bin ich in den Bus gestiegen und wieder nach Hause gefahren. Und die Fahrt heute sollte die letzte meines Lebens sein. Wenn ich wieder in die Schule zurückkehre, dann nicht mehr als Schüler. Meine Schulbildung ist offiziell abgeschlossen. 

Und zum ersten Mal in meinem Leben geht etwas einfach zu Ende. Der erste große Bruch, bei dem nicht klar ist, was auf ihn folgen wird. Wen werde ich wiedersehen, wen aus den Augen verlieren? Wohin wird es mich ziehen? Was werde ich überhaupt mal machen? All das muss noch geklärt werden. 

Es ist merkwürdig. 12 Jahre lang hatte man immer Menschen um sich, hat sie jeden Tag gesehen, war nie alleine. Und heute war ich in dem Bus nach Hause zum ersten Mal der einzige Mitfahrer. Nur der Fahrer und ich. Dann alleine in einer leeren Wohnung angekommen, mein Vater hat noch etwas länger gebraucht. Auf einmal bin ich ganz auf mich gestellt. Und ich freue mich darauf. Ich kann es gar nicht abwarten, mein Leben zu gestalten, meinen ganz eigenen Weg zu gehen. 

Auf einmal sind alle Türen offen. Jetzt geht es los - das, was die meisten Leute leben nennen. Ich bin definitiv bereit dafür.

Montag, 16. April 2012

Guess who's back.

Ich fürchte, so ganz ohne Blog halte ich es dann doch nicht aus. Stimmt schon, in New York hat er mir nicht gefehlt. Aber eigentlich war es immer ganz gut, ein bisschen was zu schreiben, und sich mal wieder intensiv mit einigen Dingen zu beschäftigen und sie auf's Blatt zu bringen (wir brauchen bald mal neue Redewendungen in diesem Internet-Zeitalter).

Deswegen habe ich jetzt beschlossen: Keine persönlichen Posts mehr. Ich werde so anonym bleiben, wie bisher. Eher sogar noch weniger preisgeben. Für persönliche Probleme hat man Freunde, mit denen man reden kann. Immer nur in den Blog zu schreiben, hat mir in dieser Hinsicht nie so richtig geholfen. Keine weiteren Jammerposts, keine Enttäuschungen, keine Erkenntnisse mehr über sich selbst, keine gute Laune. Nur noch trockene Berichtserstattung... Oder so.

Ab sofort schreibe ich einfach über Dinge, die mich gerade beschäftigen und die nicht ich selbst oder irgendwelche Menschen in meinem Umfeld sind. Zur Zeit wären das Kendrick Lamar, die Debatte um das Gedicht von Günter Grass und die amerikanische Mentalität. Völlig zusammenhangsloses Zeug also. Die nächsten Posts werden dann kommen, wenn es halt gerade passt. Ich stecke rein theoretisch auch mitten im Abi (wobei die erste Klausur erst im Mai ansteht) und kann meine Zeit deshalb kaum einschätzen. 

Ach, und wundert euch nicht, wenn ich hin und wieder mal versuche, so einen tollen poetischen Text zu würfeln oder so. Ich probiere gerade einfach ein bisschen rum, was schreiben angeht. Texte wie "Revolution in meinem Kopf" könnte es in Zukunft also öfter geben.

Also, man darf gespannt sein, was hier noch so kommt.



KEISHA'S SONG | KENDRICK LAMAR

Montag, 9. April 2012

The city that never sleeps and the city that does.

Ich bin jetzt schon seit einigen Tagen wieder zu Hause und New York war wie zu erwarten der Wahnsinn. Gar nicht mal so sehr die verrückten Dinge, die man erlebt hat, sondern vielmehr die unzähligen Eindrücke, die ich in dieser doch recht kurzen Zeit sammeln konnte. Dort ist ja wirklich immer überall etwas los. Ganz egal, wann man wohin geht. Und wie ich mir das auch vorgestellt habe, waren in New York die Menschen das eigentliche Highlight. 

Die Anonymität in dieser riesigen Stadt führt scheinbar bei vielen dazu, dass man nicht so sehr erpicht darauf ist, sich total anzupassen. Wir haben viele faszinierende Personen getroffen und unendlich viele Persönlichkeiten - alles auf denselben Straßen. Der Widerspruch Amerikas ist gerade in New York besonders offensichtlich, wie das scheint. Die Wall Street, in der ohne Skrupel nur das Geld angehimmelt wird, führt direkt zur Trinity Church. Die Obdachlosen, die am Fuß eines riesigen Gebäudes betteln, auf dem im obersten Geschoss wieder eine High-Society-Party stattfindet. Das ständige Lächeln der Bediensteten im Empire State Building und trotzdem Sicherheitskontrollen.

Aber eigentlich hätte ich schon vor ein paar Tagen hier auf dem Blog schreiben können. Und der Frage "Warum denn nicht?" stellte ich aber immer ein "Warum denn?" entgegen. Ich habe diesen Blog einfach nicht vermisst. Ich denke mal, dass es daran liegt, dass mein Leben wieder in sehr geregelten Bahnen läuft und es kaum etwas zu erzählen gibt. Und ich habe wirklich keine Lust alle paar Tage immer wieder mal zu schreiben, dass alles super ist, die Schule zwar nervt, ich aber ein nettes Wochenende, einen nettten Nachmittag hatte und ähnlich Weltbewegendes. Es passiert einfach nichts wirklich Bemerkenswertes. Ein chilliger Abend mit den besten Freunden ist zwar schön und wichtig, aber nichts, um darüber zu schreiben. Dafür habe ich diesen Blog nicht angelegt.

Löschen werde ich ihn (noch) nicht. Mal abwarten, vielleicht legt sich ja alles wieder und in ein bis zwei Wochen habe ich wieder tierisch Lust darauf, meinen Gedanken in dieser Form Luft zu verschaffen. Vielleicht bleibt aber auch alles so wie jetzt und es gibt keine neuen Posts mehr.

Aber wenn ich mich dazu entscheide, doch weiter zu bloggen, gibt es auch einen dementsprechenden Eintrag. Wenn dieser nicht kommt, erwartet bitte nicht zu viel.

An dieser Stelle möchte ich mal meinen 5 Lesern danken. Es war interessant, das Medium Blog zu erkunden und schön zu sehen, dass man auch jemanden damit erreicht. Wahrscheinlich ist es aber doch nichts für mich.

Ganz besonderer Dank geht dabei an Anna, die mir geholfen hat, diesen Blog zu gestalten und aufzubauen und mich auch wenn unser Verhältnis gerade denkbar schwierig war, immer als "Befreundeten Blogger" in ihrem Blog verlinkt hatte. Ich glaube, die allermeisten meiner Klicks habe ich dir zu verdanken. Wenn ihr mal auf der Suche nach einem guten Blog seid und ihren nicht ohnehin schon kennt, dann seht ihn euch mal an.

Peace.

Montag, 26. März 2012

Big Apple

In nicht einmal 12 Stunden sitzen wir im Flieger. Die Koffer sind gepackt und alle schön aufgeregt. Und zwar nicht umsonst. Es geht ja immerhin nach New York! Ich freu mich schon unglaublich auf die ganzen Eindrücke, die tausenden Menschen, die riesigen Häuser, auf einfach alles. 

Wenn ich von den nächsten 10 Tagen nicht sauviel zu berichten habe, muss schon etwas verdammt schief gegangen sein.


Sonntag, 18. März 2012

Ach ja, ich bin jetzt übrigens Halbwaise.

Es passiert mittlerweile natürlich deutlich seltener. Dass ich mit Leuten rede, die noch nichts von meiner Mutter wissen und mir dann sagen, dass ich sie mal grüßen soll. In den ersten Monaten habe ich darauf nie wirklich geantwortet. Immer nur gesagt "Ja ja, mach ich.", um dann mit mulmigem Gefühl wieder wegzugehen.

Aber soeben habe ich mit einer alten Bekannten aus Nicaragua geschrieben, die mal wieder zu Besuch kommen will. Ich konnte ihr einfach nicht verschweigen, nachdem sie sogar ihren Namen genannt hat. Also ihr davon erzählt. Wirklich schwer fiel es mir eigentlich nicht, es ist immerhin schon fast ein Jahr her, aber auf einmal kam mir das "Uns geht es gut", was ich ihr vorher geschrieben habe, wie die größte Lüge aller Zeiten vor. Natürlich geht es uns wirklich gut. Aber wir sind immerhin jetzt andere Menschen. Weniger Menschen.

Aber das Schlimmste daran ist, wie herzlos ich mir immer vorkomme, wenn ich das alles so nüchtern erzähle. Andere Familien sind an so etwas zu Grunde gegangen und mir geht es so gut wie schon lange nicht mehr. Dabei wäre das ja kein Problem, wenn nicht einige Leute einem immer das Gefühl geben würden, dass es einem jetzt gerade furchtbar schlecht geht. "Das muss hart für euch sein", "Kommt ihr zurecht?" und der Klassiker: "Wenn irgendwas ist, ich bin für dich da." Manche wollen immer nur von einer Tragödie hören, die es nicht gab. Von den Tränen hören, die schon lange nicht mehr fließen. 
 
Es tut mir Leid, wenn ich das nicht bieten kann. 

Saboteur

Ich glaube, ich habe gerade meinen ersten wirklichen Schreibflash erlebt. Bin gerade nach Hause gekommen und hatte irgendwie das dringende Bedürfnis, ein paar Zeilen zu schreiben. Ich wusste nicht genau, worüber, mir schwebte immer die Idee von einem Menschen vor, der sich selbst sabotiert und alles, was er selber macht in den Dreck zieht, wusste aber nie, wie ich das so umsetzen könnte. Aber diese Zeilen sind einfach aus mir herausgeflossen:

Hans im Glück, doch du siehst es nicht,
siehst immer nur, wie dein kleines Licht erlischt,
dabei brennt es lichterloh, und doch schämst du dich,
siehst nur die Probleme und Barrieren, die es nicht gibt.

Denn was auch kommt, du kannst nicht glücklich sein,
bevor die Party zu gut wird, gehst du lieber heim,
suhlst dich im Selbstmitleid, brauchst etwas, das dich quält,
treibst dich da selbst hinein, und merkst nicht, was dir fehlt.

Da du alles hast, du kannst dich nicht beklagen,
Trotzdem denkst du, dass nicht alles stimmt, was sie dir sagen,
meinst, du schaffst es nicht, obwohl du sonst nie scheiterst,
immer wieder fehlt dir der Mut, und du kommst so nicht weiter.

Keinen Plan, wo dich dein Weg einmal hinführ'n wird,
nur dass gerade alles scheiße ist, dass dich alles stört,
doch guck' dich um - geht wirklich alles schief?
Glaub ich nicht, kommt immer darauf an, wohin du gerade siehst.

Fehlt nur noch ein Beat, und ich kann das Ding zu Ende schreiben. Ich hab zumindest das Gefühl, dass das wirklich was wirklich was werden könnte und nicht wie so viele Strophen einfach nur irgendwo versauern und irgendwann dann vergessen wird.

Mittwoch, 14. März 2012

Erstmal entspannen.

Ich habe heute meine vorerst letzte Klausur geschrieben, das Vorabi ist durch! Insgesamt lief es ganz gut, hätte hier und da besser sein können, den Schnitt von letztem Halbjahr werde ich wohl nicht halten können. Aber ich kann durchaus zufrieden sein.

Jetzt heißt es erstmal freie Zeit, bis der Abi-Stress anfängt. 4 Wochen lang keine Klausur, ich weiß schon jetzt gar nicht, wohin mit der ganzen Zeit, wenn ich nicht immer lernen muss. Ich werde erstmal wieder ein bisschen was schreiben. Mein Kollege ist ohne Schulstress schon wieder super motiviert und schreibt mir fast täglich neue Ideen. Ich hab mich da bewusst zurückgehalten. Am Ende hätte ich es dann doch wieder wichtiger gefunden, die Strophe zu Ende zu schreiben, als mir nochmal meine Mappen anzugucken.

Aber jetzt kann ich sogar wieder regelmäßig zum Training gehen und das nächste Wochenende kann ich schon gar nicht mehr abwarten. Nicht nur keine Schule, sondern auch kein Lernen! Und endlich habe ich mal wieder Zeit, nach der Schule noch was zu unternehmen. Endlich habe ich mal wieder Hobbies. Und in nicht einmal 2 Wochen sitze ich mit meiner Schwester, meinem Vater, seiner Freundin und ihren beiden Söhnen im Flieger Richtung New York!

Ich glaube, die nächsten Tage werden ganz schön genial.

Montag, 12. März 2012

Cro.

290.000 Facebook-Likes, über 15.000.000 Klicks bei YouTube und nicht einmal ein Album draußen. Der Hype um Cro ist der wohl größte, den ich in Deutschland bisher so mitgekriegt habe, wenn es um Rap geht. Zwar ist Rap ein bisschen fraglich, denn Cro nennt seine Musik ja immerhin selber sogar "Raop", um zu betonen, dass es nunmal nicht nur Rap ist. Und die Kommentare auf den ganzen HipHop-Foren von wegen "Das ist doch gar kein Rap" fluten natürlich alles. Aber die gibt es bei jedem und es ist doch im Endeffekt auch egal, was das für eine Musik ist. Halt ein bisschen Rap und ein bisschen Pop. Am Ende ist es doch auch nur Musik.

Doch auch wenn ich sehr offen bin für andere musikalische Einflüsse in Rap (Tua, Casper oder auch RAF 3.0 sind großartige deutsche Musiker, die alle längst nicht nur Rap machen), konnte ich Cro's Musik nie besonders leiden. Ja, "Easy" ist noch ganz ok, und ja, die Lieder haben einen gewissen Unterhaltungsfaktor. Aber so langsam ist auch mal gut mit der Anhimmelung. Es ist ja gar nicht so, dass ich Cro irgendetwas vorwerfe, viel mehr kann ich die Leute nicht verstehen, die ihn so übertrieben feiern. Falk, ein anerkannter HipHop-Journalist hat doch ernsthaft eine Runde aus Cro und einigen anderen Newcomern (Olsen, Kayn Bock, Ahzumjot, eou, Rockstah) einberufen mit dem Titel "Neue Reimgeneration". Wollt ihr mir ernsthaft verkaufen, dass Cro irgendwie etwas Neues geschaffen hat?

Es mag ja sein, dass die Musik, die Cro macht, in Deutschland so noch nicht sehr präsent ist, aber in Amerika tönt "Raop" schon seit Jahren aus den Lautsprechern. Leute wie B.o.B, Wiz Khalifa, Chiddy Bang und irgendwie auch Mac Miller machen schon sehr viel länger solche Musik als Cro. Und "Gute-Laune-Musik" hat der Junge ja wohl auch nicht erfunden.

Ich versuche im Folgenden, zu erklären, warum ich den Hype um Cro überhaupt nicht nachvollziehen kann. Ohne ihn dabei mit anderen Musikern zu vergleichen, denn wenn wir ehrlich sind, spielt Cro was die Technik angeht ohnehin noch lange nicht oben mit. Außerdem werfe ich ihm direkt nichts vor, ich respektiere Cro und seine Musik und er soll ruhig weitermachen, ist mir relativ egal, ich muss es ja nicht hören, aber mir gefällt einfach der Umgang mit seiner Musik nicht besonders. Und ja, Musik ist Geschmacksache. Und nein, man kann sie nicht objektiv beurteilen. Ich will es jetzt trotzdem tun. Einfach nur, weil es mich langsam wirklich nervt.

Zunächst einmal ist zu Cro zu sagen, dass er keine großartige Themenvielfalt aufweist. Schön und gut, soll kein Problem sein. Es hat ja niemand das Recht, ihn dazu zu zwingen, vielseitig zu sein. Außerdem gibt es genügend Musiker, die immer in dieselbe Kerbe schlagen und für die man dann also eine ganz besondere Laune braucht, um sie hören zu können. In diesen Momenten kommt einem dann die Musik wie das Größte vor, was jemals geschaffen wurde, sonst passt sie einfach gar nicht.

Und da die meisten Leute jedoch meistens gute Laune haben oder auch einfach oft versuchen, solche durch Gute-Laune-Musik zu erzeugen, findet Cro schonmal oft Gehör. Es ist halt nicht zu komplizierte Musik, die Laune macht und einfach mitzusingen ist. Auch daran gibt es ja soweit nichts zu meckern. Musik wie diese kann sehr unterhaltsam und witzig sein. Kann uns wochenlang nicht aus dem Kopf gehen und immer wieder dafür sorgen, dass wir alle Probleme vergessen und es uns zumindest für einen Moment einfach mal gut gehen lassen.

Aber dafür steckt hinter der Musik von Cro einfach viel zu wenig. Seine Stimme ist extrem dünn und kann den schlaffen Beats kaum Nachdruck verschaffen. Auch das wäre kein Problem, wenn der Junge mal so richtig flowen würde.

Für die unter euch, die mit dem Wort "Flow" nicht so richtig etwas anzufangen wissen, eine kurze Definition:

"Die Art und Weise, wie der MC seine Texte auf einem Instrumental niederlegt. Dazu zählen Stimmeneinsatz (Betonung, Lautstärke, Authenzität), Rhythmik (Einstimmigkeit mit dem Takt), "Fluss" (Flüssiges Rappen oder abgehackt, variiert oder geradlinig)". 
Besonders "Fluss" macht dabei einen guten Flow aus. Zwar wird auch Rappern, die teilweise sehr abgehackt rappen, durchaus ein guter Flow zugeschrieben, wenn sie diese Art zu rappen als Kontrast nehmen und sich ansonsten sehr flüssig auf dem Beat bewegen. Man kann es kaum beschreiben, sondern muss es hören. Ein gutes Beispiel für sehr flüssigen Flow wäre das hier:


Man merkt schon, da mitzurappen, ist gar nicht so einfach. Es erfordert eine Menge Übung und sehr ausgefeilte und auf den Beat angepasste Texte, damit man so "flowen" kann.

Bei Cro mitzurappen ist, wenn man die Texte kennt, aber keine große Kunst. Und zwar aus dem einfachen Grund, da er einen stinknormalen Flow hat. Jeder Rap-Anfänger hat diesen Flow. Wirklich gute Rapper haben eine ganz eigene Art zu rappen, setzen ihre Stimme sehr bewusst sein, haben gewisse Eigenheiten, die sie immer wieder einbringen, an denen man sofort erkennt, dass sie es sind. Und ich bin als Rapper selber jemand, der sich hin und wieder intensiv mit Flows, Reimschemen und allen anderen Techniken beschäftigt. Ich habe sogar mal ein Buch darüber gelesen. Doch sooft ich Cro auch höre, ich kann keine besonderen technischen Künste erkennen.

Aber das ist auch etwas für Kenner. Wenn ich andere Genres höre, habe ich auch keinen Plan, ob das jetzt technisch gut umgesetzt wurde. Erst heute habe ich erfahren, wie einfach man diese "Wobbler", die im Dubstep so oft eingesetzt werden, erzeugt. Es ist ein extrem simples Verfahren. Auch wenn es mir als unerfahrenem Hörer vorher sehr komplex vorkam. 

Seine fehlende technische Finesse ist übrigens der Grund dafür, warum Cro auf einschlägigen HipHop-Plattformen wie 16bars.de kaum auf Gefallen stößt. Die Leute, die viel und intensiv Rap hören, wissen seine Musik kaum zu schätzen. Doch liegt das sicherlich auch an seinen Texten. Viel zu vorhersehbar sind Cro's Reime: "Denn sie ist wunderschön, schlau und nett" (Meine Musik) ich dachte sofort beim ersten Hören, dass jetzt "ins Bett" am Ende der nächsten Zeile kommt. Und, oh Wunder: "Manche wollen mit ihr nur chillen, andere wollen mit ihr ins Bett". Nicht besonders zufriedenstellend, wenn man den Song schon kennt, bevor er richtig zu Ende ist.

Aber das passiert eigentlich bei jedem Cro-Song. Denn er hat einfach nichts zu erzählen. Wenn er schon nichts Schlimmes erlebt hat, was er verarbeiten muss, dann soll er sich doch wenigstens witzige Geschichten ausdenken, seine Fantasie spielen lassen. Aber nein, man bekommt nur ganz normale Lieder von einem noch normaleren Jungen. Aber die Höhe war es ja wohl, als Cro vor ein paar Tagen bei Facebook doch ernsthaft gefragt hat, ob sich jemand ein Thema für das erste Album wünscht. Sein erstes Album! Seine erste CD, die als physischer Release in den Handel kommen wird! Jeder andere Künstler wartet jahrelang darauf und brennt nur so darauf, sein Konzept durchzuziehen, schreibt einen Song nach dem anderen, manche nehmen für ihr erstes Album sogar so viel Material auf, dass einiges noch auf dem nächsten landet, da alles trotzdem noch irgendwie erzählt werden muss.

Und es nervt mich zusehends, dass immer mehr Leute, die ihn hören, Cro wirklich als Heiland des deutschen Raps ansehen und in ihm ernsthaft Innovation sehen. Auch die ganzen YouTube-Kommentare, von wegen "Endlich mal ein Rapper, der nicht meine Mutter ficken will", zeigen doch, was ich meine: Es maßen sich einfach viele seiner Hörer an, nur wegen Cro über HipHop urteilen zu können, ihn in der Szene einordnen zu können. Würden dieselben Leute aber mal wirklich Rap hören, würden sie sehr schnell erkennen, dass mittlerweile die Rapper, die darüber texten, dass sie "Mütter ficken", nahezu ausgestorben sind. Cro markiert keinen Wendepunkt in der Rap-Szene. Er ist einfach nicht der deutsche Eminem. Mit diesen Texten und dieser Technik wird er nicht einmal der Newcomer des Jahres. Das ist nämlich MoTrip geworden. Den Award hat ihm hiphop.de verliehen. Und auch wenn ich eigentlich nicht vergleichen wollte, komme ich doch nicht drum herum. Denn Lines wie 


"Ich wollte immer schon alles richtig machen, man ich hab's versucht,
doch konnte nur bestimmte Wege gehen wie eine Schachfigur.
Das Tor zum Paradies ist gleich da hinten, ich lauf' darauf zu
Bis Hoffnungen am Horizont verschwinden wie ein fahrender Zug." (Feder im Wind)

oder 

"Es hat gefunkt, sie war die Hübscheste im Viertel
Tätowierung rund um ihre Hüfte wie ein Gürtel." (Embryo)

wird man bei Cro wohl nie finden. Zumindest habe ich bei ihm noch nie bildliche Sprache bemerken dürfen. Und das stärkste Wortspiel bis jetzt war "Denn plötzlich hab' ich Fans und sie hör'n immerhin immer hin." (Immer da) - nicht schlecht, aber auch das einzige, was er in der Richtung abgeliefert hat. Würde er solche Dinger am laufenden Band raushauen, wäre die Einschätzung der Öffentlichkeit vielleicht gerechtfertig. 

So aber wirklich nicht, sorry.

Freitag, 9. März 2012

Rückenwind

Was macht man, wenn die letzten Wochen nur frustrierend waren? Einfach mal getrost drauf pfeifen und nach vorne gucken. Völlig egal, was mich da erwartet, ich habe es in der Hand und wenn ich mich bemühe, wird alles perfekt. 

Die Zeichen stehen gut. Ab und zu muss man einfach mal nur an sich denken, um nachts schlafen zu können. Wenn man dann seine Augen wieder aufmacht, und sich mitten im Leben wiederfindet, da, wo man aufgehört hat, als man das letzte Mal glücklich war, weiß man, dass es richtig war. Manchmal muss man einfach mal rausgehen, um die frische Brise zu spüren, die einen durch die nächste Zeit tragen wird. 

Einfach mal lossagen von der bittersüßen Melancholie, so schwer es auch fallen mag. Denn dort hat sich mein Lächeln sicherlich nicht versteckt.

Freitag, 2. März 2012

Revolution in meinem Kopf

Facebook, Smartphones, Twitter. Das Medium Internet ist mittlerweile unumgänglich. Ist man sich gerade nicht sicher, googelt man kurz. Will man wissen, was los ist, liest man auf seinem Handy die News. Alle paar Sekunden vibriert das gute Stück dann noch und man beantwortet eine Nachricht. Meist Kleinigkeiten, die so nun einmal schneller von der Hand gehen. Jeden Tag tragen wir winzige Entertainment-Center mit uns herum, die uns laufend mit Videos, Musik, Texten, allem Möglichem versorgen. Man kommt gar nicht mehr hinterher.

Aber Nicht-mehr-hinterherkommen gibt es nicht mehr. Heutzutage wissen alle alles. Man tauscht sich nicht mehr darüber aus, was so passiert ist, sondern erzählt sich, wie man von den Dingen erfahren hat. Man chattet. In jedem Moment sind wir mit anderen Leuten verbunden, in jedem Moment teilen wir unsere Gedanken anderen Menschen mit. Wir sind immer zu jeder Zeit erreichbar. Das Handy ist immer am Mann.

„Erzähl‘ gleich mal weiter, ich schreibe nur kurz zurück.“ – verlieren wir langsam den Fokus? Vergessen wir, was wirklich wichtig ist? Wir hängen so viel vor unseren Geräten, dass wir uns gar nichts mehr zu erzählen haben, wenn wir uns dann wirklich treffen. Wir organisieren mit unseren Handys, unterhalten uns mit ihnen, wir streiten uns mit ihnen. Wir besprechen im Chat Dinge, die niemand anderes etwas angehen. Und wenn jemand offensichtlich guckt, wollen wir das nicht. Liest er dann doch mit und wir merken es nur nicht, stört uns das auch im Nachhinein nicht. Doch warum? Woher kommt dieses Mitteilungsbedürfnis?

In Facebook stehen so viele Posts, die dort einfach nicht reingehören. So viele Meldungen über Enttäuschungen, über Streitereien, Verluste. Facebook ist die Plattform, auf der wir anderen Leuten mitteilen, wenn wir uns gerade verliebt haben. Facebook ist der Ort, an dem die Leute erfahren, dass es wieder vorbei ist. Wir posten und zählen unsere Likes. Warten, bis das nächste Mal die Benachrichtigung kommt „XY gefällt dein Status“. Wir machen an besonderen Orten Fotos, nur damit wir wieder ein neues Profilbild haben. Wir checken lieber noch einmal unsere Startseite, als uns mit jemandem zu unterhalten, wenn es schwierig ist, mit ihm ins Gespräch zu kommen.

Auch wenn wir so einen Teil unserer Seele preisgeben, sieht man meist nur Oberflächlichkeiten. Vor dem Gesetz und in Facebook sind wir alle gleich. Der eine mehr, der andere weniger auffällig, sind wir doch alle auf der Suche nach Bestätigung. Warum sonst posten? Warum sonst sich all seinen „Freunden“ mitteilen, von denen man eh nur 10% wirklich kennt? Wir sind oberflächlich geworden. Immer nur auf der Suche nach Unterhaltung. Die Charts klingen schon seit Monaten gleich? Völlig egal, solange sie nach Party klingen. Im Fernsehen ist eine Show wie die andere nur mit anderen Menschen? Völlig egal. Hauptsache, man kann morgen darüber reden.

Wo ist unsere Individualität hin? „Besser gestanden arm sterben, als reich leben auf Knien“ (Casper). Wir haben sie verloren. Verloren in unserem Konsumwahn, in der Sinnüberreizung unserer heutigen Welt. Niemand blickt mehr durch. Niemand hat mehr klare Vorstellungen. Die Politik rudert mal hierhin, dann wieder in die andere Richtung, die Abiturienten haben keine Ahnung, was sie mal machen wollen. Unsere Werte verfallen. Alles ist relativ. Es gibt kein „Nein aus Prinzip“ mehr. Der einzige Wert, zu dem wir alle „Ja“ sagen, ist das Geld. Solange das stimmt, beschwert sich niemand. Solange wir uns keine Sorgen zu machen brauchen, tun wir das auch nicht. Dann fressen wir alles, was uns vorgeworfen wird. Hauptsache, die Verpackung sieht gut aus. Was hinter der Fassade steckt, interessiert doch schon längst nicht mehr.

Aber wer unternimmt etwas dagegen? Wo sind die ganzen Revolutionäre? Hängen an ihren Handys und merken nicht, dass wir, obwohl es uns gut geht, uns langsam verlieren. Wofür stehen wir heute überhaupt noch? Wir nehmen uns unsere eigene Freiheit, indem wir alles über uns ins Internet schreiben, wo es für immer gespeichert ist. Wir hetzen alle immer gerne gegen die moderne Gesellschaft, nur um uns im nächsten unbeobachteten Augenblick wieder in das Raster einzufügen und genau das zu tun, was sie überhaupt ausmacht.

Ich glaube, ich starte eine Revolution. Aber vorher muss ich noch kurz Facebook checken.

Mittwoch, 29. Februar 2012

Alles wird perfekt!

Morgen Abend ist es so weit. Nachdem ich keine Karten mehr für die Tournee letztes Jahr bekommen konnte, geht's morgen mit den besten Leuten auf's Casper-Konzert! Raus aus dem nervigen Schul-Alltag zum Konzert von meinem persönlichen Musiker des letzten Jahres. Und das Beste dabei - Cro hat als Voract abgesagt. Mag sein, dass diese Aussage dem einen oder anderen widerstrebt. Aber ich kann den Typen einfach nicht hören, bis auf "Easy" spricht mich überhaupt kein einziger Song an. Aber mit meinem Gehate wäre ich morgen wohl ziemlich einsam gewesen. Deswegen umso besser.

Und jetzt heißt es erstmal Texte lernen.


Casper - Der Druck steigt/Blut sehen von FourMusic

Montag, 27. Februar 2012

Luxusprobleme

Das Leben ist schon hart. Da weiß ich schon seit Monaten, dass ich morgen 6 Stunden lang Englisch schreibe und erst gestern fällt mir auf, dass ich die ganzen Kurzgeschichten, die wir dafür auf dem Kasten haben müssen, gar nicht mehr habe. Tatsächlich musste ich dafür dann auch noch heute eine ganze Pause opfern, um alles zu kopieren. Und jetzt muss ich all das auch noch lesen! Den ganzen Abend lang!

Ich hab schon so meine Probleme. Andere machen sich schon seit Wochen Stress und ich fange heute an zu lernen und fühle mich jetzt schon ausgelaugt und völlig am Ende. Es ist so lächerlich, doch ich kann nichts dran ändern. So ist es nunmal. Ich versteh es nicht. Egal ist mir die Schule sicherlich nicht - aber warum habe ich dann nicht mal ein bisschen Motivation? Und anstelle, dass ich mir Gedanken darüber mache, wie ich mich am besten auf morgen vorbereite, beschäftigt mich vielmehr die Frage, wann ich trainieren gehe. Denn morgen geht ja nicht, nach der Klausur muss ich mich noch an ein Plakat setzen.

Ich bin schon arm dran.

Schlaflos.

Und wieder einmal lieg ich stundenlang wach in meinem Bett. Ich weiß nicht woran es liegt. Wahrscheinlich haushalte ich meinen Schlaf manchmal einfach schlecht. Jedenfalls bin ich wieder einmal kein Stück müde.

Und was bleibt einem so übrig, wenn man sich alle 2 Minuten anders hinlegt, nur um dann wieder die Augen aufzuschlagen, weil sie einfach nicht zu bleiben wollen? Richtig - man denkt nach. Über alles mögliche natürlich. Und nie kommt man zu einem Schluss. "Gedanken verpackt in Endlosschleifen". Auch wenn einem manchmal nach Stunden des Kopfzerbrechens irgendwann ein Licht aufgeht - im Bett passiert das ganz sicher nicht. Da halten einen die Gedanken nur davon ab, dass man den Schlaf bekommt, den man dann am nächsten Morgen so dringend braucht.

Aber warum gehe ich im Moment dieselben Dinge immer und immer wieder durch, nur um am Ende immer und immer wieder zum selben Schluss zu kommen? Ich wünschte, ich könnte manchmal einfach meinen Kopf ausschalten. Aber immer dann, wenn ich es am wenigsten gebrauchen kann, läuft er zur Höchsform auf.

Hoffentlich gönnt er mir jetzt wenigstens diese letzten 4 Stunden, die mir noch bleiben. Der Klausur morgen würde es sicherlich nicht schaden...

Samstag, 25. Februar 2012

Der Klügere gibt nach. Oder der, der sich daneben benommen hat.

Und auf einmal schrieb sie mir etwas, was mir schon viel früher hätte klar werden sollen. Ich habe mich verändert. In ein egoistisches Arschloch. In jemanden, der die Fehler immer bei den Anderen sucht, der aus jeder Mücke einen Elefanten macht. Der sich selber nicht eingestehen kann, dass er es war, der Fehler gemacht hat.

Es ist zwar gut, dass ich gelernt habe, Dinge anzusprechen, die mich stören, aber ich habe übertrieben. Es ging immer nur um meine Version der Geschehnisse. Im Nachhinein weiß ich gar nicht mehr, was ich damit überhaupt erreichen wollte. War ich wirklich so scharf auf Bestätigung? Wollte ich wirklich für jeden Mist eine Entschuldigung? War es das, was ich wollte - dass sie sich Dinge eingesteht, die im Endeffekt in diesem Ausmaß gar nicht zutreffen? Vor wenigen Monaten habe ich noch gesagt, dass jeder Mensch immer Gründe für sein Handeln hat und dass jede Tat irgendwo begründbar ist. Im letzten Monat habe ich aufgehört, nach Gründen zu suchen.

Selbstreflexion ist schwierig. Besonders, wenn man zu befürchten hat, dass am Ende rauskommen könnte, dass man im Unrecht liegt.

Freitag, 24. Februar 2012

Klausurenphase die zweite.

Die Schule hat mal wieder an die Tür geklopft. Hach, wie habe ich den Klausurstress doch vermisst! Fast eine Woche lang nichts geschrieben, da vergisst man doch glatt, wie einem das die Nachmittage versauen kann. Mein Programm bis Dienstag: für Englisch-Leistungskurs lernen, Seminarfach-Plakat, Mathe-Referat, Geschichte und Musik lernen, in Latein für eine Sallust-Textsammlung ein Deckblatt entwerfen und natürlich noch ein paar Hausaufgaben. Hab ja auch sonst nichts Besseres zu tun.

Was mich aber am meisten an der Sache nervt ist, dass ich langsam das Gefühl habe, in der Schule nichts mehr vermittelt zu bekommen. Zumindest nichts, was wirklich wichtig ist. Oder nichts, was man sich nicht auch zu Hause in der Hälfte der Zeit aneignen könnte. Es ist keinesfalls so, dass ich im Unterricht alles verstehe. Wenn ich da immer so auf diesen unglaublich bequemen Stühlen sitze, sinkt meine Motivation bei den meisten Lehrern so tief, dass ich fast gar nichts mehr mitbekomme. Ich höre zu, weiß aber nach 2 Sekunden nicht mehr, was eigentlich die Frage war. Aber wie schaffen es auch manche Lehrer nur, so langweilig zu sein? 

Also sitze ich jeden Vormittag in der Schule, lebe von Pause zu Pause und zu Hause kann ich mich dann ausnahmsweise mal der Schule widmen. Nochmal angucken, was man heute so gemacht hat, was das überhaupt bedeutet, was man da so letzte Physik-Stunde mitgeschrieben hat. Und dann geht es weiter ins Wohnzimmer zum lernen. Warum im Wohnzimmer? Weil da kein PC steht, der mich ablenken könnte. Irgendwie kein gutes Zeichen, dass das, mit dem man sich da so beschäftigt so uninteressant ist, dass auf einmal sogar sinnloses Durchklicken auf Facebook unterhaltsamer ist, oder?

Ich kann mich mit verschiedenen Dingen wirklich intensiv beschäftigen, wenn sie mich interessieren. Aber wenn nicht, ist das die reinste Qual. Dann putze ich wieder die ganze Küche, nur um mich noch einen Moment davor zu drücken, mich wieder ranzusetzen. Wenn sich das wenigstens auf einige wenige Stunden beschränken würde und man zu Hause mal etwas Freizeit hätte... Aber was ich im Moment alles zu tun habe, reicht locker, um mich bis nächsten Dienstag an den Schreibtisch zu fesseln. Und zwar ohne eine einzige freie Minute. Motivation geht exponentiell gegen null.

Und ich sehe es jetzt schon wieder - ich werde das meiste nur halbherzig erledigen, zu wenig lernen, obwohl noch Luft für viel mehr war. Aber es tut mir Leid, die Art, wie uns Wissen vermittelt werden soll, spricht mich einfach mal so gar nicht an. Sie schreckt sogar eher ab. Würde ich eine gute Dokumentation über manche Dinge sehen, würde ich ganz sicher nicht vor Ende abschalten, aber wenn mir dann wieder irgendein Lehrer (nicht alle Lehrer sind schlecht, wohlgemerkt) etwas über dasselbe Thema dermaßen eintönig und einfallslos ins Ohr säuselt, dann verliere ich einfach jegliche Lust, mich damit noch weiter zu beschäftigen.

Ein gutes Beispiel dafür ist unser Werte und Normen-Unterricht. Eigentlich ein Fach, das ich lieben müsste, da die Themen einfach perfekt sind zum diskutieren. Aber was macht unsere Lehrerin draus? Wir bekommen einen Text, lesen ihn - mal leise, mal liest einer vor, dann fassen wir zusammen. Dann gibt es den nächsten Text. Und dann den nächsten. Als Highlight darf man diese dann vielleicht mal vergleichen. Stellungnahmen sind dann zwar manchmal auch gefragt, aber unserem Kurs ist jeglicher Drang danach, sich auszutauschen von dieser Frau genommen worden. Jeder sagt einmal seine Meinung, keiner nimmt Bezug auf den anderen, fertig. Weiter im Text.

Aber eigentlich sollte ich jetzt mal weg vom PC, hab ja auch gar keine Zeit dafür, so einen Post zu verfassen, viel zu viel zu arbeiten. Aber mal gucken, vielleicht finde ich am Wochenende ja doch noch eine Stunde, in der ich mal entspannen kann...

Sonntag, 19. Februar 2012

Sorry.

Ich habe gerade einen Song gefunden, der meinen Post von gestern noch einmal wunderbar unterstreicht. Genetikk sind übrigens zwei Rapper aus dem Saarland. Man weiß kaum etwas über sie, außer, dass sie zusammen auf einer deutsch-französischen Schule waren und ihre Jugend zum Teil in den Vororten von Paris verbracht haben. Der Rapper - Karuzo - ist zur Hälfte Sizilianer und studiert im Moment nach eigener Aussage nebenbei Jura. Das zweite Mitglied - Sikk - ist für die Beats zuständig. Über ihn ist noch weniger bekannt, er ist der Mann mit der Affenmaske (zu sehen bei 0:57).

"Sorry" spricht genau das an, was ich auch gestern zum Ausdruck bringen wollte - man ist niemandem etwas schuldig. Musiker geben normalerweise ihr ganzes Privatleben? Na und - Genetikk halt nicht. Auch die Frage, warum das überhaupt so interessant ist, alles über Andere zu erfahren, finde ich sehr passend beantwortet - eigentlich will man nur von sich selber ablenken. Es ist nahezu unmöglich, sich einem Menschen komplett zu öffnen. Von Anderen erwartet man das aber nur allzu häufig, Gedankenlesen als ewiger Traum.

Aber genug geredet, hört euch das Ding einfach mal an. Ich kann nicht versprechen, dass es euch gefällt. Gerade soundtechnisch sind die Jungs nicht unbedingt massentauglich. Vielleicht findet ihr ja aber trotzdem Gefallen daran. Einen Versuch wäre es aber auf jeden Fall wert.


"Was soll das bringen - euch erzählen, was mich nachts beschäftigt?
Damit euer Scheiß-Leben nicht so beschissen klingt, wie's in echt ist?
Damit es perfekt ist und eure Plastik-Welt steril bleibt?
Euer Mitleid will ich noch nicht mal geschenk, nein, ihr tut mir Leid!"

Samstag, 18. Februar 2012

Die Straße ist noch frei - da, neben der Spur

Ich war gestern mal wieder im Kino. "Ziemlich beste Freunde". Und was soll ich sagen - ich wurde schon lange nicht mehr so gut fast zwei Stunden lang unterhalten. Nicht nur, dass ich nicht selten gar nicht mehr aus dem Lachen herausgekommen bin, der Film zeigt auf eine mitreißende Weise, dass der gerade Weg nicht immer das Wahre ist.

"Neben der Spur fährt es sich langsam sogar ein bisschen besser.", sagte mein Oboenlehrer mal im Zusammenhang mit dem Film. Diese Aussage passt zu ihm. Er wird von vielen Seiten belächelt für seine doch sehr eigenen Methoden. Doch kenne ich kaum einen Schüler, der nicht gut mit ihm zurecht kommt. Ich bin der Meinung, dass wenn man etwas wirklich gut macht, auch Leute damit erreichen wird. Ganz egal, wie abschreckend der erste Eindruck ist.

Ich habe gestern nämlich auch ein Referat im Deutschunterricht über Kollegah (deutscher "Gangsta-Rapper", aktuelles Album "Bossaura" auf Platz 5 gechartet) gehalten. Ich will jetzt keine Debatte darüber starten, ob er ein guter Rapper ist, ob seine Texte vertretbar sind, oder dergleichen. Es ging mir in meinem Referat gestern darum, zu zeigen, dass sich selbst hinter solchen Texten, wie Kollegah sie schreibt, die auf den ersten Blick nur plump und machohaft erscheinen, ausgeklügelte Reimpattern und im Endeffekt, wie es mir dann meine Deutschlehrerin zugestanden hat - "Sprachkunst" - steckt.

Und auch hier dasselbe Spiel: Am Anfang haben mich die meisten Schüler ganz schön komisch angeguckt. Der eine Teil fand es witzig, da er Kollegah kannte und nicht glauben konnte, dass ich das ernsthaft durchziehe, der andere Teil war erstmal ein wenig erschüttert über die Zitate, die ich so zum Besten gab. Aber am Ende war das Bild doch recht ausgeglichen. Auch wenn ich keinen neuen Kollegah-Fanclub geschaffen habe, haben doch einige, wie ich denke, ihre Sichtweise ein wenig geöffnet und verstanden, was an so einer Art Musik und solchen Texten interessant ist.

Ich will keineswegs mit meinem Referat angeben. Nur ist das eine Geschichte, die mir selber widerfahren ist und mich wieder einmal in meinem Glauben verstärkt hat, dass nur ein ungerader Weg uns wirklich glücklich machen kann. Warum auch alles nach der Erwartungshaltung Anderer richten? Wir sind niemandem irgendetwas schuldig. Höchstens uns selbst. Und uns selbst sind wir schuldig, dass wir das machen, was wir auch wirklich wollen. Das ist nicht immer einfach. Sich gegen die Norm zu stellen, nur weil man sie nicht vertreten kann. Aber man wird sich schon Gehör verschaffen, wenn man seine Sache gut macht. Und auch wenn man sich dadurch eventuell mal Feinde macht - sind das wirklich Leute, mit denen man etwas zu tun haben wollte? Leute, die einfach nur nach dem System leben?

Ich sage nicht, dass unser System, wie es gerade ist, völlig daneben ist. Aber ich sage, dass es die Wertvorstellungen von manchen Menschen sind. Ein Haus und eine Familie mit einem sicheren Job alleine machen nicht glücklich. Warum machen wir alles immer davon abhängig, wie viel wir am Ende mit einem Berufsweg verdienen können und wie sicher dieser ist? Wenn man nicht den Mut hat, etwas zu riskieren, kann man gar nicht wirklich glücklich werden. Denn egal, wie etwas ausgeht, wenn man sich dazu durchringt, etwas zu riskieren - am Ende ist man doch froh, dass man es getan hat. Einfach mal mit der Wahrheit rauszurücken, auch wenn man zunächst nur auf Missgunst stößt.

Sich einmal nicht darum scheren, was die Anderen denken, sondern einfach mal durchziehen. Wenn das jetzt noch immer so einfach wäre, wie es zu sagen, wäre doch alles perfekt. Aber ich arbeite auch schon daran.

Samstag, 11. Februar 2012

Vorbilder

Jeder hat irgendein Vorbild. Im Kindesalter sind es Schauspieler, Musiker oder sonst irgendwelche coolen Menschen aus den Medien. Später hat man dann Leute wie Nelson Mandela, den Dalai Lama oder Barack Obama vor Augen. Doch die meisten unserer Vorbilder sind gar nicht mal so weit von uns entfernt, wie wir das manchmal denken. Meines wohnt zwei Zimmer weiter von mir. 10 Meter Luftlinie. 

Ich rede natürlich von meinem Vater. Viele sagen zwar, dass ihre Eltern für sie Vorbilder sind, doch ist mir in den letzten Tagen klargeworden, wie sehr ich mich - auch wenn ich es in der Öffentlichkeit und vor ihm nie zugeben würde - immer darüber freue, wenn ich wieder mal bemerke, dass ich ihm noch ähnlicher geworden bin.

Wir haben hier zu Hause kein klassisches Vater-Sohn-Verhältnis. Und ohne Frage war der Tod meiner Mutter dafür auch ausschlaggebend. Denn heute kann ich meinem Vater absolut alles erzählen. Und das mache ich auch. Manchmal habe ich das Gefühl, er weiß besser über mich Bescheid, als ich selbst. Und umgekehrt. Ich weiß auch alles über ihn. Wir vertrauen uns gegenseitig, arbeiten immer zusammen. Er muss mir nichts mehr verbieten, aus der Phase sind wir mittlerweile raus. Durch meine Erziehung habe ich schon ziemlich genau gelernt, was gut für mich ist und wovon ich besser mal die Finger lassen sollte. Auch wenn es hier und da immer mal wieder einen Disput gab, hatten die zwei doch immer Recht. Heute vertraut er mir und ich mache keine Dummheiten. Ganz einfach. Wir haben ein sehr offenes Verhältnis und keiner verstellt sich irgendwie. Wenn ich von Freunden höre, dass sie sich vor ihren Eltern anders verhalten oder gewisse Dinge nicht ansprechen würden kann ich mein Unverständnis im Normalfall nicht verbergen. Wenn ich hier zu Hause nicht sein kann, wie ich wirklich bin - wo denn dann? 

Ich danke meinem Vater jeden Tag dafür, dass er mich so nimmt, wie ich bin und mir immer wieder zeigt, dass er stolz auf mich ist, solange ich glücklich bin. Auch wenn er meine Rap-Songs nicht mag, interessiert er sich dafür und freut sich, wenn ich nach einem Auftritt mit strahlendem Lächeln nach Hause komme. Und auf derselben Seite ist wir wie gute Freunde. Wir erzählen uns lustige Geschichten vom letzten Abend, blödeln rum und tratschen. Trotzdem habe ich immer noch größten Respekt vor ihm. Ich würde seine Autorität niemals in Frage stellen, würde ihm doch einmal etwas nicht passen.

Ich hoffe, ich schaffe das bei meinen Kindern später auch einmal so wie er.

Mittwoch, 8. Februar 2012

Tua.

Um mich herum sind gerade alle am Lernen. Morgen steht die erste 6-stündige Vorabi-Klausur an und ich schreibe als einziger in meinem schulischen Freundeskreis nichts. Deswegen habe ich irgendwie gerade viel zu viel Zeit. Und morgen auch noch schulfrei, da ich ja nicht mitschreibe. Ist natürlich super entspannt und ich kann so ziemlich stressfrei lernen. Aber stell mir mal bitte den vor, der 10 Stunden am Tag lernen kann, ich will ihn kennenlernen!

Wie dem auch sei. Von persönlicher Seite gibt es von mir nicht viel zu berichten, weswegen ich mal die Gelegenheit (und Zeit) nutze, um euch einen Musiker vorzustellen, der mich besonders in den letzten Wochen dauernd begleitet hat.

Sein Name ist Tua. Tua ist Rapper. Die meisten kennen ihn wohl durch die "Orsons" - eine Formation bestehend aus Kaas, Maeckes, Plan B und eben ihm. Ich selber habe die Jungs sogar schon einmal auf einem Hip-Hop-Festival sehen können. Live haben sie mich auf jeden Fall überzeugt. Als ich mir dann zu Hause die Studioaufnahmen angehört habe, war ich dann doch nicht mehr so begeistert. Ein bisschen zu aufgedreht, ein bisschen zu fröhlich. Live kann das ja durchaus Spaß machen, aber wenn ich privat Musik höre, fesseln mich besonders melancholische, ruhige Songs.

Sind also schnell in Vergessenheit geraten, die Herren. Bis ich dann irgendwann auf diesen Song gestoßen bin:


Hier hat sich dann gezeigt, dass Tua solo deutlich anders einzuordnen ist, als seine Kollegen von den Orsons. Und eigentlich auch anders als alle anderen aus der deutschen Rap-Szene. Denn er ist in erster Linie Produzent. Nicht Rapper. Auf seiner neusten EP "Raus" wird auf keinem der 9 Songs gerappt. Es sind sogar 4 Songs ohne wirklichen Text dabei. In "Nur du zählst" werden beispielsweise immer wieder diese drei Worte eingestreut, elektronisch verzehrt, bearbeitet und fügen sich immer anders in das Klangbild ein. Tua schafft es so auf seine ganz eigene Art und Weise, Atmosphäre zu erzeugen und zu entwickeln.

Auch bei "Moment" ist das eindrucksvoll zu sehen. Gerade mal 8 Zeilen liegen diesem Song zu Grunde. Ich finde schon die Idee sehr interessant, die üblichen 16-taktigen Strophen und Refrain auf so wenig zu reduzieren. Die Umsetzung kann sich zudem absolut sehen lassen, wie ich finde. Es ist schwer zu beschreiben, doch dieser Song löst (besonders nach mehrmaligem Hören) ein ganz spezielles Gefühl bei mir aus. Melancholie, doch keine Trauer.

Ich hoffe, auch ihr könnt etwas damit anfangen. Es ist vielleicht nicht das Zugänglichste auf dem Musik-Markt, entfaltet aber nach ein paar Durchläufen eine ganz eigene Wirkung. Viel andere, die Tua kennen, empfinden das übrigens genauso. Leider sind das viel zu wenige. Also mach ich hier einfach mal ein bisschen Werbung und empfehle euch gleich noch ein paar andere sehr gelungene Lieder von ihm.

Aus seiner EP "Evigila" mit Vasee: "Roter Luftballon", "Aufgeben", "Der Passant". Für die Dubstep-Fans unter euch aus der EP "Raus": "Raus", "MP3 Player". Und für die Leute, die ihn mal richtig rappen hören wollen (was er übrigens wahnsinnig gut kann): "Wenn man zur Sonne geht".

Ich hab mir jedenfalls neben "Raus" auch "Evigila" zugelegt, und kann mich im Moment nicht entscheiden, ob mein nächstes Tua-Release "Stille" oder "Grau" wird. Das andere wird dann aber eh noch hinterher gekauft.

Und ich freu mich schon auf euer Feedback. Wie gefällt euch der Song? Und soll ich in Zukunft öfters mal etwas zu bestimmten Musikern wie Tua posten? Die persönlichen Beiträge werdet ihr eh nicht los. Aber was sowas angeht, habt ihr dann doch noch Mitspracherecht ;)

Dienstag, 7. Februar 2012

Something goes right

Schon lange nicht mehr so gute Laune gehabt. Mit dem Auftritt im Rücken hatte ich ein super Wochenende und einen ziemlich entspannten Start in die Woche. Der Tag, an dem die Problemchen, über die man sich so lange Zeit den Kopf zerbrochen, einfach verschwunden sind. Da ist er also. Hat ein bisschen auf sich warten lassen, aber im Moment ist das einzige, was mir irgendwie nicht ganz passt, die Schule. Es ist noch eine Menge zu lernen. 

Aber mit der Schule kann man eh nie total zufrieden sein. Also was soll's. Dann lerne ich halt heute noch ein bisschen. Denn das Schönste an der ganzen Geschichte ist doch, dass ich einfach mal nach der zweiten Stunde wieder nach Hause durfte, da die Heizung ausgefallen ist.

Herrlich. Ich werde dann wohl mal den Tag bei einer schönen Tasse Tee und viel Guter-Laune-Musik genießen. Ich hoffe, bei euch ist es gerade ähnlich entspannt.



Samstag, 4. Februar 2012

The stage is your's!

Es ist schon ein geniales Gefühl, wenn man einen Auftritt ohne grobe Fehler absolviert. Noch besser, wenn wirklich alles glatt läuft. Nicht den kleinsten Texthänger hatten wir gestern. Nicht einen Einsatz zu spät bekommen, musikalisch nahezu perfekt.

Und dann war da das Publikum. Genau so hatten wir es uns im besten Fall vorgestellt. Ein Haufen Leute, von denen wir die meisten kennen und die uns sowieso feiern. Aber auch viele, die noch nie etwas von uns gehört haben und sichtlich beeindruckt waren. Eine Freundin sagte mir im Nachhinein, dass sie uns total unterschätzt habe.

Und wie gut es sich wieder angefühlt hat, auf der Bühne zu stehen. Und dieses Mal sogar fehlerfrei. Wir sind gesprungen, haben getanzt, geschrien, gesungen und natürlich gerappt als hätten wir nie etwas Anderes getan. Es war alles dabei. Der persönliche Song über Ziele im eigenen Leben und Enttäuschungen vom Elternhaus, die Ausrast-Hymne inklusive Club-Einreißen, die Ode an diese im Rap sehr weit verbreitete Substanz zur Beruhigung und der Song, zu dem man einfach tanzen muss.

Wie überheblich ich gerade klinge. Furchtbar. Aber ich hätte es mir gestern nicht besser vorstellen können. Wir haben viele Leute von uns und unserer Musik überzeugt und ich war stundenlang bis zum Bersten mit Endorphinen und Adrenalin vollgepumpt. Und jetzt blicke ich zurück und denke mir - was für ein Abend!

"Ich werd' high von den Beats, high von der Atmosphäre. Fliege mit den Flows - so high, durchbrech' die Stratosphäre!" (eigenes Zitat)

Donnerstag, 2. Februar 2012

Lampenfieber

Morgen geht es wieder los. Zum zweiten Mal steige ich mit meinem Kollegen auf die Bühne, um unsere neuesten Songs zu performen. Verglichen mit letztem Jahr hat sich einiges verändert. Unsere Texte sind besser geworden, unsere Reime, die Flows. Und irgendwie sind auch die Beats dieses Mal cooler. Aber das wichtigste - alles ist viel besser durchgeplant. Wir haben einen Soundcheck-Termin, wissen genau, was wir anziehen, die Texte sitzen schon seit ein paar Tagen perfekt, wir sind uns darüber einig, was wir zwischen den Songs reden und geprobt haben wir auch ziemlich oft.

Dieses Mal kommen auch deutlich mehr Leute, die wir kennen. Die Promo lief viel besser als noch vor einem Jahr. Und so langsam geht es los. Ich habe eben gerade noch versucht, ein bisschen Mathe zu lernen - zwecklos. So langsam werde auch ich nervös. Es ist weiß Gott nicht das erste Mal, dass ich auf einer Bühne stehe. Und auch lange nicht das erste Mal, dass ich vor vielen Leute meine Stimme erhebe. Aber erst das zweite Mal, dass ich da oben stehe, das Publikum richtig anfeuere, meine eigenen Texte rappe und eine komplett selbst ausgedachte Performance zum Besten gebe.

Auftritte mit einem Orchester oder allgemein Vorspiele mit der Oboe sind da doch viel angenehmer. Man kann sich immer irgendwie hinter dem Instrument verstecken und wenn etwas nicht so lief, war man ja sowieso nicht selbst daran schuld. Das geht bei so einem Auftritt aber nicht. Klappt etwas nicht, hat man einfach versagt. Alles ist auf den eigenen Mist gewachsen. Wenn es klappt, wird man mit dem wohl besten Gefühl belohnt, dass man sich vorstellen kann. Wenn nicht, kann das äußerst blamabel enden.

Ich glaube zwar nicht daran, dass wir es total verhauen. Es wird gut. Wenn nicht sogar sehr gut. Und den Leuten, die wir eingeladen haben, wird es sowieso gefallen. Aber ich kann mich noch genau an den Moment erinnern, als ich letztes Jahr hinter derselben Bühne, auf der wir auch morgen Abend spielen werden, saß und dachte, dass ich mich jeden Moment ins Mikrophon übergebe. Meine eigene Version von 8 Mile quasi. Nur, dass wir morgen die schlechten Auftritte einfach überspringen werden und direkt eine Finalshow abliefern, die sich gewaschen hat.

Hoffe ich zumindest.

Dienstag, 31. Januar 2012

Kurze Zwischenbilanz

Seit einem Monat bin ich nun am bloggen. Komplett durchgestiegen bin ich dabei noch lange nicht, aber ich mache Fortschritte. Ich habe ja mittlerweile auch mal diese schönen kleinen Reaktions-Buttons unter jedem Post. Und 4 treue (zumindest hoffe ich das doch) Leser. Natürlich hatte ich mir einiges anders vorgestellt. Ich hatte eigentlich damit gerechnet, dass sich doch ein paar mehr zusammenfinden und meinem kleinen Blog folgen. Aber ich bin doch recht zufrieden, mit der Entwicklung, die sich hier beobachten lässt. Es tut mir außerdem wahnsinnig gut, mal über alles schreiben zu können. Die im ersten Post angesprochene Motivation ist auf jeden Fall da. Affektive Entlastung durch Verbalisierung würde meine Deutschlehrerin das jetzt nennen.

Jedenfalls denke ich, dass ich diesem Blog in der nächsten Zeit genauso viel Zeit einräumen werde wie bisher, wenn nicht sogar noch mehr. Freut euch also auf viele neue Posts! ;)

Ich bin übrigens sehr dankbar für jede Reaktion, Anregung, jedes Kommentar. Also nur raus damit, ich lerne ja noch. 



Dieser Mann (oder Band - das weiß niemand so genau) - The Weeknd - ist übrigens ein Genie. Hat bislang drei Mixtapes zum kostenlosen Download zur Verfügung gestellt ("House of Balloons", "Thursday" & "Echoes of Silence"). Hier als kleinen Einblick mal "The Birds Part 1" aus "Thursday".

Montag, 30. Januar 2012

Talfahrt

Es geht schon viel zu lange bergauf und -ab. Heute ist wohl mal wieder bergab angesagt. Noch gestern Abend war ich fest davon überzeugt, dass alles perfekt ist, dass es kaum besser laufen könnte. Umso härter trifft mich nun die Ernüchterung. Herbe Enttäuschungen, schmerzende Erkenntnis. Wo ist gerade meine Fähigkeit, alles kleinreden zu können? Lange nicht waren meine Gedanken so klar wie jetzt. Noch nie wusste ich so genau, wie ich wirklich über vieles denke. Nenn es Erleuchtung, wie auch immer du willst. 

Im Moment wäre ich aber lieber einfach naiv. Einfach nur ein verblendeter Volltrottel, der keinen Plan vom Leben hat, auf seinen Blog schreibt, um Leser zu gewinnen und nicht, um sich den Frust von der Seele zu schreiben. Einer, der alles als kleines Missverständnis abtun kann, auch wenn er gerade aufs Bitterste im Stich gelassen wurde. Doch blättern mir gerade die Schuppen von den Augen. Alles ist auf einmal klar, die Zweifel weg. Meine Gedanken sind gerade in einem Wettrennen mit sich selbst. Und überall auf ihrer Strecke sind Stationen, die sie aufdecken. Stationen, an denen sich das verbarg, was ich eigentlich schon immer wusste, was ich bis jetzt verschweigen konnte. Und die Wahrheit kann wehtun. Manche Dinge sollte man einfach nicht verstehen, da sie sonst ihren Reiz verlieren. Vieles in meinem Leben verliert gerade den Glanz, dem ich ihm mit großer Mühe aufgesprüht habe. 

Ich weiß nicht, wie lange ich das noch durchhalte, immer gute Laune zu haben. Und noch weniger weiß ich, wie lange ich noch zu allen Leuten nett sein kann. Ein Arschloch müsste man sein, dann bekommt man auch etwas vom Leben zurück. Menschen können so undankbar sein...

"Schön, dass ihr gut auf euch aufpasst, doch bleibt weg von mir!" - Tua

Samstag, 28. Januar 2012

Livin' young, wild and free

Unfassbar guten Abend gestern gehabt. Es gab Zeugnisse, der erste Schnee kam dann tatsächlich doch noch und abends saßen wir wieder mal in vertrauter Runde zusammen und haben einfach unser Leben gefeiert. Schade nur, dass Sätze wie "Man ist nur einmal jung" so schrecklich abgenutzt sind. Doch sind wir doch wirklich viel zu jung, um ein Wochenende nicht in vollen Zügen zu genießen. Viel zu jung, um auf einer Party nicht voll mitzugehen. So unbeschwert wie jetzt wird unser Leben niemals sein. Lassen uns von den Eltern durchfüttern, haben alle Freunde immer um uns herum und wir können noch richtig feiern.

Eigentlich sind wir noch viel zu jung für schlechte Laune, oder?

Montag, 23. Januar 2012

Musik.

Was ist Musik? Musik ist eine Folge von Tönen, die in eine Ordnung gebracht wurde. 

Musik erfreut den Zuhörer. Musik unterhält. Musik verbindet. 

Musik lässt uns unsere schönsten Momente noch einmal erleben. Musik lässt unsere Träume für einen Augenblick möglich erscheinen, sie gibt uns Hoffnung.

Musik gibt uns das, was wir im Moment vermissen. Sie lässt uns nachts ruhig schlafen, fängt uns auf.

Sie schafft Ordnung in unseren Gedanken. Sie ist die einzige Sprache, die wirklich jeder versteht.

Erst Musik macht manche Momente besonders.

Musik ist solch ein Geschenk...

Donnerstag, 19. Januar 2012

Freunde.

Die Welt ist schon ein verrückter Ort. Nie kommt man hier zur Ruhe. Irgendwas ist immer, das einem die Laune vermiesen kann. Mit irgendwem hat man immer Streit. Mal mehr, mal weniger.
Doch eigentlich ist das doch gar nicht so schlimm, oder? Gäbe es keinen Regen, würde man die Sonne nicht schätzen. Es wird immer einen Tag geben, an dem die Problemchen, über die man sich heute noch den Kopf zerbricht, einfach verschwunden sind. Zwar sind dann Andere an ihre Stelle getreten, doch wäre uns doch im Moment nichts lieber, als wenn sich sich alle unsere momentanen Scherereien einfach in Luft auflösten. Und es ist doch eine ziemlich angenehme Vorstellung, zu wissen, dass das auch irgendwann so sein wird, oder?
Also warum die Achterbahnfahrt, in die wir geworfen worden, nicht einfach mal genießen? Wenn wir Streit mit einem guten Freund haben, dann doch nur, weil er uns viel bedeutet. Und anders herum. Wenn das nicht der Fall wäre, wäre man sich egal, würde man doch einfach sagen "Ach, sei doch ruhig" und alles hätte sich erledigt. Wenn wir mit jemandem wirklich Streit haben, dann nur, weil beide insgeheim wollen, dass das Verhältnis zueinander wieder besser wird und sie sich über nichts mehr aufregen müssen, was der Andere tut.
Wenn Freundschaften zerbrechen, dann, weil die Personen ohnehin nicht zueinander gepasst haben. Kumpels kommen und gehen, nur ganz wenige bleiben. Momente des Zwists sind diese, die darüber entscheiden, wer auch weiter den eigenen Weg begleiten wird und wer nicht. Und - so traurig das jetzt vielleicht klingen mag - diejenigen, die man am Ende nicht mehr sieht, waren es eh nicht wert.
Was zählt, ist man selbst. Die Anderen werden mit einem klarkommen, oder eben nicht. Und wenn sie wirkliche Freunde sind, dann ändert auch eine Phase des Sich-aus-dem-Weg-gehens nichts daran.

Ich bin kein Philosoph, sondern nur ein Junge, der gerade seinen Optimismus wiedergefunden hat.

Warum...?

Warum muss alles immer so kompliziert sein? Wir waren doch vorher auch so gut befreundet, warum will das jetzt nicht mehr funktionieren? Warum musste ich heute alles, was sie tat, so deuten, dass sie mich ignoriert? Ich war doch der, der es mit der Distanz übertrieben hat. Und sie war es doch, die mir versichert hat, dass sie keine Zeit mehr braucht, keinen Abstand. Warum musste ich ihr das aber auch so direkt sagen? Es war doch klar, dass das verletzend ist und von ihr nicht so gemeint war, wie ich das wahrgenommen habe. Und warum schreibe ich schon wieder, als würde ich komplett verzweifeln, als wäre meinem Leben jeder Sinn geraubt? 

Warum können Emotionen manchmal so ätzend sein?

Samstag, 14. Januar 2012

Ablenkung wäre jetzt mal ganz nett...

Meine vergangene Woche war der Horror. Ich habe gefühlt zu keinem Zeitpunkt den Kopf freibekommen. Ständig muss ich an meine Ex denken. Andauernd habe ich Bilder von uns zweien vor Augen, ohne Unterbrechung geistern mir Sätze durch den Kopf, die wir uns gesagt haben. Von wegen, ich zerbreche mir über nichts den Kopf...

Dabei weiß ich gar nicht, wie ich mich fühlen soll. Eigentlich trauere ich ihr nicht nach, vielleicht der Zeit, die wir zusammen hatten. Ganz sicher aber den Schmetterlingen im Bauch. Denn seitdem sie schweigen, sehe ich sie trotzdem immer noch jeden Tag in der Schule. Ich komme irgendwie nicht so sehr damit zu Recht, dass ich dem Menschen, dem ich vor einer Woche gesagt habe, dass ich ihn liebe, jetzt noch nicht einmal ansprechen kann, weil wir erstmal Distanz brauchen. Das ständige Auf-sie-freuen ist einem unangenehmen Gefühl in der Magengegend gewichen.

Das beste Mittel dagegen ist bekanntlich Ablenkung. Gesprochen habe ich jetzt schon mit viel zu vielen viel zu lange. Das Problem dabei: Ich habe keine Zeit, um mich wirklich abzulenken. Wie gerne ich heute Abend weggehen würde. Einfach trinken, tanzen, feiern, alles Andere vergessen. Doch ich muss morgen schon um 8 raus und ein Konzert spielen. So ein Konzert lenkt aber überhaupt nicht ab. In den Proben habe ich viel zu viele Pausen, um nicht immer wieder in Gedanken bei ihr hängen zu bleiben. Lernen geht noch weniger. Auch wenn ich gerade motiviert bin, mir mal etwas für's Vorabi anzugucken - 3 Minuten und ich gucke wieder aus dem Fenster und kann mich nicht mehr konzentrieren. 

Ich brauche einfach Ablenkung und Zeit. Nur fehlt mir beides.

Sonntag, 8. Januar 2012

Manchmal muss man einen Schritt zurückgehen, um weiter voranzukommen.

Es ist nicht immer leicht, sich einzugestehen, dass etwas, das eigentlich perfekt sein müsste, nicht so läuft, wie man sich das ursprünglich vorgestellt hat. Besonders für mich war es daher heute anfangs schwer, zu akzeptieren, dass meine Freundin und ich nicht für einander gemacht sind. Aber im Nachhinein blieb mir nichts Anderes übrig, als ihr Recht zu geben. Wir waren einfach zu verschieden, hatten andere Vorstellungen von Beziehungen, zu verschiedene Weltbilder. Gegensätze ziehen sich wohl an, stoßen sich nach einer Zeit aber auch wieder ab.

Ich bin trotzdem dankbar dafür, dass wir diese Erfahrung gemacht haben. Sie ist ein wahnsinnig tolles Mädchen. Auch wenn sie das nicht immer wahrhaben will. Ich habe jeden Moment mit ihr genossen. Und ich hoffe, daran wird sich in Zukunft auch nicht viel ändern. Dafür kann man mit ihr zu gut reden. Dafür mag ich sie auch noch viel zu sehr. Sie hat mir Vieles gezeigt. Was es heißt, zu lieben. Was es heißt, wegen jemandem nicht schlafen zu können. Was es heißt, wegen jemandem nachts wach in seinem Bett zu liegen und die Decke anzugrinsen, weil man nicht glücklicher sein könnte. 

Ich danke dir für eine wundervolle Zeit! 

Samstag, 7. Januar 2012

Nur keine Panik - aber warum denn nicht?

Die Ferien sind vorbei, die Schule hat wieder angefangen, der Alltag geht weiter. Und mit dem Alltag kommen immer pünktlich auch die ganzen Ankündigungen. Klausuren, Auftritte, Abgabefristen, unaufschiebbare Termine. Besonders schulisch geht es bald zur Sache. Im Februar fangen die Vorabi-Klausuren an. Die wichtigsten und umfangreichsten Klausuren, die ich je geschrieben habe. In meinem Freundeskreis fangen die Ersten schon an, sich darauf vorzubereiten. Könnte ich ja auch mal. Ich schreibe immerhin Anfang Februar Mathe-Leistungskurs und auf die Klausur im Stochastik-Semester habe ich mit Mühe und Not 3 Punkte bekommen. 

Aber es gibt ja noch so viele andere wichtige Dinge zu tun. Nächste Woche helfe ich in einem Jugendsinfonieorchester in einer Nachbarstadt aus, Anfang Februar ist der zweite Auftritt unserer Rap-Formation, für den noch Texte geschrieben werden müssen, ich müsste langsam mal mit meiner Hausarbeit anfangen und das Plakat für's Seminarfach erledigt sich auch nicht von allein. Also ran an die Arbeit! 

... oder auch nicht. Auch wenn ich eigentlich im Dauerstress sein müsste und für nichts und niemanden Zeit haben dürfte, sehe ich einfach nicht die Notwendigkeit, mich jetzt schon um diese Dinge zu kümmern. Natürlich habe ich auch noch einiges an Zeit. Doch verglichen mit dem, was ich noch alles zu erledigen habe, ist ein Monat nichts. Allein eine ordentliche Wiederholung der letzten Mathematik-Semester würde mich jeden Tag stundenlang an den Schreibtisch binden. Aber das wird eh nicht passieren. Aber nicht etwa, weil ich das alles sowieso schon draufhabe. Ich könnte eine gründliche Vorbereitung eigentlich wirklich gut gebrauchen.

Manch meine aktuelle Haltung als Faulheit bezeichnen. Ich könnte ihm eigentlich keine überzeugenden Gegenargumente liefern. Aber eigentlich bin ich nicht faul. Ich kriege das, was ich erledigen muss, meistens schon auf die Reihe. Nur bleibe ich dabei immer ruhig. Manchmal erschreckend ruhig. Wo Andere vor einer Klausur völlig am Rad drehen, stecke ich mir meine Kopfhörer rein, höre Musik und esse, weil ich das ganze Lernen und Austauschen von Informationen in letzter Minute nicht mehr hören kann. Nicht, dass mir selbst das irgendwie schaden würde, aber ich kenne fast keinen Stress mehr. Andere beneiden mich darum, ich selber finde es beängstigend.

Ich meine, ich habe ja auch überhaupt keine Ahnung, was ich irgendwann mal machen will. "Vielleicht Psychologie. Aber mal gucken, ich hab' ja noch Zeit" - Naja. In 4 Monaten bin ich fertig. Dann bin ich mit der Mündlichen durch und müsste mich mal nach einem Studienplatz umschauen. Aber ich will ja nicht direkt nach der Schule studieren. Erstmal ein Jahr Pause, wahrscheinlich in's Ausland. Aber beworben habe ich mich auch noch nirgendwo. "Ist ja noch Zeit." - Von wegen. Die Anmeldeverfahren laufen schon. Ich kenn sogar welche, die schon ein Vorstellungsgespräch bei Organisationen für FSJs hatten. Nur ich dümpele noch herum und lasse mir schön Zeit.

Mich beunruhigt sowas immer, da ich, wenn mir andere Leute von so etwas erzählen, bemerke, dass es auch für mich an der Zeit wäre, mich darum zu kümmern. Aber am Ende tu ich es dann doch wieder nicht. Ich lebe viel zu sehr in den Tag hinein. Die Panik, die viele Leute haben, wenn es auf wichtige Ereignisse zugeht, die sie zu Höchstleistungen anspornt, verpüre ich einfach nicht. Wenn ich nicht schlafen kann, dann nicht wegen morgen, sondern wegen heute.

Ich wünschte manchmal wirklich, dass ich auch ein bisschen Panik haben könnte. Besonders vor wichtigen Klausuren. Aber gerade an diese gehe ich viel zu oft viel zu locker ran. Es wäre noch viel mehr drin, würde ich mich ordentlich vorbereiten. Aber dafür sehe ich einfach oft nicht die Notwendigkeit. Ich sitze auch oft an einer Klausur und langweile mich total. Nicht, weil das Thema so einfach ist, sondern, weil es mich nicht interessiert. So klingen dann auch die Texte, die ich dann schreibe. Total unmotiviert und zusammenhangslos. In diesen Momenten würde ich gerne mal ein bisschen Druck spüren, der mich zumindest dazu bringt, mich richtig zu konzentrieren. Aber der lässt immer auf sich warten. Am Ende gebe ich dann doch wieder eine halbgare Klausur ab, die ich schon weit vor Ablauf der Zeit fertig geschrieben hatte.

Ich wünschte einfach nur, ich könnte hin und wieder ein schlechtes Gewissen bei solchen Dingen haben.

Vielleicht bin ich aber auch einfach nur faul...

Montag, 2. Januar 2012

2011 - Ein Blick zurück

Heute ist der 1.1.2012. Schon wieder ist ein Jahr vergangen. Und in meinem zugegebenermaßen noch kurzen Leben stellt 2011 das wohl ereignisreichste Jahr dar, das ich bislang erleben durfte. Dabei rede ich nicht davon, was in der großen Welt passiert ist, sondern vielmehr davon, was sich in meiner eigenen, kleinen Welt abgespielt hat.

2011 war das mit Abstand schlimmste und auch schönste Jahr meines Lebens. Es gab viele Ereignisse, große und kleine, die mich sehr stark geprägt haben und mich wohl noch lange begleiten werden.

Geht man hierbei chronologisch vor, ist zunächst der Auftritt meiner Rap-Formation im März zu nennen, die ich gemeinsam mit einem Freund ins Leben gerufen habe. Auch wenn die Songs aus heutiger Sicht raptechnisch doch recht dürftig waren, war es ein großartiges Gefühl, die Leute mit der Musik zu überzeugen, die man selber geschaffen hat. Mit der eigenen Stimme, den eigenen Texten, auf den eigens ausgesuchten Beats, mit der eigenen "Bühnenshow". Es tat gut, etwas Ungewöhnliches einfach mal durchzuziehen und damit sogar auf Gefallen zu stoßen. Sich nicht zu blamieren bei einem Unterfangen, mit dem wir anfangs höchstens einigen wenigen ein müdes Lächeln abgewinnen konnten.

Doch nicht nur im Rap lief es bei mir gut. Ich konnte mich in dem Orchester, in dem ich Oboe spiele, etablieren, habe wichtige Solo-Stellen gespielt und allen zeigen können, wie sehr ich mich doch verbessert habe. Den Namen des Orchesters werde ich nicht nennen. Es ist nur wichtig, dass es ziemlich gut ist. Es gibt Probevorspiele und viele Mitglieder sind Preisträger bei Jugend Musiziert. Ich übrigens auch. Wir konnten mit unserem Trio letztes Jahr im Landeswettbewerb 23 von 25 Punkten ergattern, was mich zu der Zeit auch in meinem Bestreben bekräftigt hat, Musik sogar zu studieren mit Oboe als Hauptfach.

Diese Pläne habe ich aber wieder verworfen. Lag wohl auch an dem, was im Mai passiert ist. Im schönsten Frühling wurde mein Optimismus auf eine harte Probe gestellt. Meine Mutter ist nach einjähriger Krankheitsphase an Krebs gestorben. Auf einmal hat vieles seinen Sinn verloren. Auf einmal hat nichts mehr wirklich Spaß gemacht. Ablenkung stand an der Tagesordnung. Ich war kaum noch zu Hause. Die Wohnung, in der wir mal zu dritt gelebt haben auf einmal endlos riesig und leer. Nichts war mehr interessant. Ich versuchte nur immer wieder, auszudrücken, was in mir vorging. Doch wie drückt man vollkommene Leere aus?
 
Dem Tod meiner Mutter folgte eine Phase, in der ich viele Menschen um mich, und vor allem auch mich selber viel besser kennengelernt habe. Ich habe erkannt, auf welche Freunde auch wirklich Verlass ist, wer für mich da ist und wer den Schwanz einzieht, wenn es drauf ankommt. Wer die Courage hat, mich in so einer Zeit noch immer wie einen Freund zu behandeln, und wer mich behandelt, als wäre ich Patient in einer Psychiatrie.

Doch in diesen zahllosen Momenten des Vermissens, des Nicht-Verstehens gab es immer noch eine Kraft, die mich dazu trieb, weiter zu machen. "Was soll man machen?" wurde zum Leitspruch dieser Zeit. Ich konnte nichts an dem ändern, was geschehen war. Das einzige, was mir also übrig blieb, war, so zu tun, als ob nichts passiert wäre und ich völlig unberührt weiter meinen Weg beschreiten könnte. Doch auch wenn es nicht immer einfach war, diesem Weg, von dem ich bis heute nicht weiß, wohin er mich überhaupt führen könnte, weiter zu folgen, haben mir viele Menschen dabei geholfen, auf der Bahn zu bleiben. Ich kann ihnen dafür gar nicht genug danken.

Dieselben Menschen machten dann auch meinen Sommer zu einem der schönsten, den ich bisher erleben durfte. Zahllose spaßige Abende an zahllosen Orten rund um meine Heimatstadt. Mit der Zeit konnte ich auch wieder zu Hause sein. Dort ging es dann weiter. Ich habe entdeckt, wie schön es sein kann, Besuch zu haben. Ich habe gelernt, den Tag, den Moment, in dem wir leben, alleine zu betrachten. Ungeachtet dessen, was gestern war und was morgen sein wird. Diese Fähigkeit hat mir massiv dabei geholfen, zu verarbeiten, wass passiert ist. Es fällt mir durch sie auch deutlich einfacher, zu akzeptieren, dass ich überhaupt keine Ahnung habe, wie sich mein Leben noch weiter entwickeln wird.

Zurzeit entwickelt es sich herrlich. Einem wunderbaren Sommer folgte eine grandiose Studienfahrt nach Griechenland, die Noten in der Schule wurden so gut wie noch nie und Ende November geschah es einfach: Auf einmal hatte ich mich verliebt. Wie es mit uns beiden weitergeht, kann ich natürlich nicht sagen, aber im Moment könnte es kaum besser laufen. Erst war sie nur eine von vielen Bekannten, dann wurde sie zu einer Freundin, wir lernten uns besser kennen, unternahmen in Grüppchen auch mal was gemeinsam, bis wir dann innerhalb von 3 Wochen von guten Freunden zu einem Paar wurden.

Und auch mein Vater ist nicht mehr alleine. Er hat mit unserer Nachbarin eine Freundin gefunden, die auch ich schon irgendwo in mein Herz geschlossen habe. Genauso wie ihre beiden Söhne. Beide mehr oder weniger in meinem Alter. Immer wenn wir zu fünft mal wieder zusammen essen (was keine Seltenheit mehr ist), kommt mir mein Leben nahezu makellos vor.

Vergessen, was im Mai passiert ist? Werde ich nie. Doch es geht wieder weiter. Und ich bin schon gespannt, was 2012 für mich bereithält.

Erstes Antasten

Hallo liebe Bloggergemeinde,

ich habe mich gerade spontan dazu entschlossen, meinen eigenen Blog anzulegen. Inspiriert von meiner Freundin bin ich also zu dem Entschluss gekommen, dass dies wohl die beste Art wäre, den zahlreichen Aufsätzen, die ich hin und wieder mal schreibe, ein wenig Raum zu geben. 
Mein Blog wird hierfür auf komplett anonymer Basis laufen. Das Wichtigste, was ihr über mich wissen müsst, ist, dass ich zur Zeit 17 Jahre alt bin, zur Schule gehe, 2012 Abitur machen werde, leidenschaftlich gerne Musik mache und höre und keine Ahnung von Blogs habe. Ich bin zudem männlich und habe - wie meinem Namen unschwer entnehmen kann - rote Haare.

Ich habe noch nie einem Blog gefolgt, habe noch nie auf Twitter oder ähnlichen Seiten gestöbert. Ich will einfach nur, dass die Gedanken, die ich mir mache, irgendwie nach draußen kommen. Ich kann zwar immer mal wieder ein Dokument erstellen und alles aufschreiben, was mir gerade so einfällt, doch ist die Motivation dann doch verschwindend gering, alles perfekt auszuformulieren und zu Ende zu bringen. Ich hoffe daher, dass mich der Blog dazu bringt, meine Gedanken öfter aufzuschreiben und hier zum Besten zu geben.
Vielleicht interessiert es ja auch jemanden. Wäre natürlich schön zu sehen.

Ich hoffe, dass war jetzt nicht zu trocken für eine erste Vorstellung. Was also in Zukunft auf diesem Blog von mir zu erwarten ist, sind in erster Linie Aufsätze, die Momentaufnahmen in meinem Leben darstellen. Ein kurzes Innehalten, ein sich Umblicken, ein Reflektieren. Der Name "Einfach weiter." spiegelt dabei in gewisser Weise meine Lebenseinstellung wieder. Denn ich bin der Meinung, dass das Leben immer weitergeht und es auch weitergehen muss. Es interessiert nicht, was dir gerade passiert ist. Die Zeit läuft weiter. Zieh das Beste aus dem, was dir widerfahren ist. Außerdem bringt der Name etwas zum Ausdruck, das ich auch als Leitfaden betrachte - einfach weiter, nicht groß nachdenken. Ich bin kein Mensch, der sich über Dinge den Kopf zerbricht. Das heißt nicht, dass ich mich nicht großartig mit Dingen beschäftige, sondern vielmehr, dass ich darauf achte, wann es mir etwas bringt, wenn ich noch mehr über ein Thema nachdenke, und wann nicht.
Viele Menschen zerbrechen sich meiner Meinung nach nämlich über zu viele Dinge viel zu sehr den Kopf. Lassen sich zu sehr von Belanglosigkeiten beeinflussen.
Daraus resultiert für mich auch ein starker Optimismus. Ein ehrliches "Das wird schon.", egal wie schlecht es einem gerade geht. 

Aber dieser Abschnitt soll ja beschreiben, wofür ich diesen Blog nutzen werde. Die zweite Art von Texten, die euch wohl erwartet, werden solche sein, in denen ich ein für mich interessantes und wichtiges Thema auseinandernehme und darüber schreibe. Eher nichts tagespolitisches, sondern zeitübergreifendes. Einfach Dinge, die mich im Moment beschäftigen. Zum Beispiel etwas zum Trend unserer modernen Gesellschaft, dass alles immer noch schneller sein muss, dass Zeit immer effizienter genutzt werden muss.

Aber ich kann und will an dieser Stelle auch gar nichts groß versprechen. Ich werde einfach mal drauf losschreiben. Oder halt nicht, wenn mir nichts einfällt. Ich hoffe jedenfalls, dass euch das als erste Vorstellung reicht und der ein oder andere auch Gefallen an meinem kleinen Blog findet. Ich freue mich jedenfalls darauf, das Medium "Blog" genauer kennenzulernen und zu nutzen.