Mittwoch, 8. Februar 2012

Tua.

Um mich herum sind gerade alle am Lernen. Morgen steht die erste 6-stündige Vorabi-Klausur an und ich schreibe als einziger in meinem schulischen Freundeskreis nichts. Deswegen habe ich irgendwie gerade viel zu viel Zeit. Und morgen auch noch schulfrei, da ich ja nicht mitschreibe. Ist natürlich super entspannt und ich kann so ziemlich stressfrei lernen. Aber stell mir mal bitte den vor, der 10 Stunden am Tag lernen kann, ich will ihn kennenlernen!

Wie dem auch sei. Von persönlicher Seite gibt es von mir nicht viel zu berichten, weswegen ich mal die Gelegenheit (und Zeit) nutze, um euch einen Musiker vorzustellen, der mich besonders in den letzten Wochen dauernd begleitet hat.

Sein Name ist Tua. Tua ist Rapper. Die meisten kennen ihn wohl durch die "Orsons" - eine Formation bestehend aus Kaas, Maeckes, Plan B und eben ihm. Ich selber habe die Jungs sogar schon einmal auf einem Hip-Hop-Festival sehen können. Live haben sie mich auf jeden Fall überzeugt. Als ich mir dann zu Hause die Studioaufnahmen angehört habe, war ich dann doch nicht mehr so begeistert. Ein bisschen zu aufgedreht, ein bisschen zu fröhlich. Live kann das ja durchaus Spaß machen, aber wenn ich privat Musik höre, fesseln mich besonders melancholische, ruhige Songs.

Sind also schnell in Vergessenheit geraten, die Herren. Bis ich dann irgendwann auf diesen Song gestoßen bin:


Hier hat sich dann gezeigt, dass Tua solo deutlich anders einzuordnen ist, als seine Kollegen von den Orsons. Und eigentlich auch anders als alle anderen aus der deutschen Rap-Szene. Denn er ist in erster Linie Produzent. Nicht Rapper. Auf seiner neusten EP "Raus" wird auf keinem der 9 Songs gerappt. Es sind sogar 4 Songs ohne wirklichen Text dabei. In "Nur du zählst" werden beispielsweise immer wieder diese drei Worte eingestreut, elektronisch verzehrt, bearbeitet und fügen sich immer anders in das Klangbild ein. Tua schafft es so auf seine ganz eigene Art und Weise, Atmosphäre zu erzeugen und zu entwickeln.

Auch bei "Moment" ist das eindrucksvoll zu sehen. Gerade mal 8 Zeilen liegen diesem Song zu Grunde. Ich finde schon die Idee sehr interessant, die üblichen 16-taktigen Strophen und Refrain auf so wenig zu reduzieren. Die Umsetzung kann sich zudem absolut sehen lassen, wie ich finde. Es ist schwer zu beschreiben, doch dieser Song löst (besonders nach mehrmaligem Hören) ein ganz spezielles Gefühl bei mir aus. Melancholie, doch keine Trauer.

Ich hoffe, auch ihr könnt etwas damit anfangen. Es ist vielleicht nicht das Zugänglichste auf dem Musik-Markt, entfaltet aber nach ein paar Durchläufen eine ganz eigene Wirkung. Viel andere, die Tua kennen, empfinden das übrigens genauso. Leider sind das viel zu wenige. Also mach ich hier einfach mal ein bisschen Werbung und empfehle euch gleich noch ein paar andere sehr gelungene Lieder von ihm.

Aus seiner EP "Evigila" mit Vasee: "Roter Luftballon", "Aufgeben", "Der Passant". Für die Dubstep-Fans unter euch aus der EP "Raus": "Raus", "MP3 Player". Und für die Leute, die ihn mal richtig rappen hören wollen (was er übrigens wahnsinnig gut kann): "Wenn man zur Sonne geht".

Ich hab mir jedenfalls neben "Raus" auch "Evigila" zugelegt, und kann mich im Moment nicht entscheiden, ob mein nächstes Tua-Release "Stille" oder "Grau" wird. Das andere wird dann aber eh noch hinterher gekauft.

Und ich freu mich schon auf euer Feedback. Wie gefällt euch der Song? Und soll ich in Zukunft öfters mal etwas zu bestimmten Musikern wie Tua posten? Die persönlichen Beiträge werdet ihr eh nicht los. Aber was sowas angeht, habt ihr dann doch noch Mitspracherecht ;)

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